«Wer teuer ist, muss auch besser sein!»

ST. GALLEN. Der starke Franken und der globale Wettbewerbsdruck sind für europäische Industrieunternehmen eine Belastung. Unter dem Titel «Effizienz 2.0 – nachhaltige Sicherung der Wettbewerbsposition» widmet sich die diesjährige St. Galler Produktionsmanagement-Tagung dieser Problematik.

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Ernst Schönauer Produktionsleiter, SFS Intec AG (Bild: Noemi Heule)

Ernst Schönauer Produktionsleiter, SFS Intec AG (Bild: Noemi Heule)

ST. GALLEN. Der starke Franken und der globale Wettbewerbsdruck sind für europäische Industrieunternehmen eine Belastung. Unter dem Titel «Effizienz 2.0 – nachhaltige Sicherung der Wettbewerbsposition» widmet sich die diesjährige St. Galler Produktionsmanagement-Tagung dieser Problematik. Unter der Leitung des Lehrstuhls für Produktionsmanagement der Universität St. Gallen öffnete diese gestern im Hotel Einstein ihre Tore. Vertreter aus Wirtschaft und Wissenschaft beantworten die Frage, wie die Industrie den aktuellen Herausforderungen begegnen kann – gerade in Hochlohnländern wie der Schweiz.

«Die Herausforderungen für die Produktion im Hochlohnland Schweiz»: Mit diesem Thema läutete Ernst Schönauer, Produktionsleiter der SFS Intec AG, denn auch die Vortragsreihe ein. Als Hersteller von mechanischen Befestigungssystemen und Präzisionskomponenten ist SFS Intec weltweit tätig. Neben dem Hauptsitz in Heerbrugg ist das Unternehmen an über 50 Standorten in Nordamerika, Europa und Asien präsent.

Demographische Entwicklung, stagnierende Märkte, globaler Wettbewerbsdruck – diesen Herausforderungen begegnet SFS Intec, indem sich der Konzern auf seine eigenen Stärken konzentriert und diese stetig weiterentwickelt. Zudem versucht SFS Intec durch Effizienzsteigerung ungenutztes Potenzial zu nutzen und überflüssige Tätigkeiten zu vermeiden. Ernst Schönauer ist sich sicher: «Wir müssen diese Chancen nutzen – und nicht aufgeben.»

Auch für Dr. Michael Reinhard ist Effizienzsteigerung die einzige Lösung, um in Hochlohnländern die Wertschöpfung auch in Zukunft sicherzustellen. Er ist Mitglied der Geschäftsleitung der Geberit AG, welche – mit Hauptsitz in Rapperswil-Jona – weltweit im Sanitärbereich tätig ist. Entscheidend für den Erfolg ist für ihn die Unternehmenskultur: «Die Mitarbeiter sollen Spass an der Leistung und Verbesserung haben.» Aber auch innovative Lösungen und schlanke Prozesse würden zum Erfolg beitragen. Für seine optimierte Logistik wurde die Geberit AG 2011 mit dem Deutschen Logistik-Preis ausgezeichnet. Das Motto Reinhards klingt simpel: «Wer teuer ist, muss besser sein!» Wie schwer dies umzusetzen ist, wissen die Teilnehmenden indes aus eigener Erfahrung. (nh)

Dr. Michael Reinhard Mitglied der Konzernleitung, Geberit AG (Bild: Noemi Heule)

Dr. Michael Reinhard Mitglied der Konzernleitung, Geberit AG (Bild: Noemi Heule)