Wenn grad mal keine Schutzmaske zur Hand ist: Das Herisauer Jungunternehmen Safemask setzt auf Verkaufsautomaten

An einigen Orten gilt Maskentragpflicht. Im öffentlichen Verkehr beispielsweise. Oder in Läden im Kanton Zürich. Wer keine Maske zur Hand hat, dem kann ein Automat helfen. Selecta hat bereits damit begonnen. Nun setzt auch ein Herisauer Start-up auf das selbe Prinzip – und erst noch deutlich günstiger.

Thomas Griesser Kym
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Styn Haueter vom Herisauer Start-up Safemask am Maskenautomaten an der Uraniastrasse in Zürich.

Styn Haueter vom Herisauer Start-up Safemask am Maskenautomaten an der Uraniastrasse in Zürich.

Bild: Matthias Scharrer/Limmattaler Zeitung

Ist Ihnen das auch schon passiert? Sie wollen den Zug oder den Bus nehmen, haben aber die Hygienemaske zu Hause vergessen. Oder sie machen mit dem Auto einen Ausflug nach Winterthur, doch oh Schreck: Im Kanton Zürich gilt ja Maskenpflicht in den Läden.

In solchen Fällen trifft es sich gut, wenn in der Nähe ein Automat steht, der Masken ausspuckt. Von Selecta gibt es das bereits. Der Betreiber von über 3000 Snack- und Getränkeautomaten im öffentlichen Raum hat seit Mai bereits rund 800 davon auch mit Hygienemasken ausgestattet, zumeist an Orten, an denen Pendler vorbeiströmen. So ist Selecta beispielsweise mit 650 Automaten an SBB-Bahnhöfen präsent.

Zudem hat Selecta Safety Stations entwickelt – Automaten, die Hygienemasken, Desinfektionsgel, antibakterielle Tücher und Mineralwasser feilbieten. Solche Safety Stations finden sich am Flughafen Zürich und an grösseren Bahnhöfen. Momentan sind 17 Safety Stations installiert, weitere sollen folgen, wie Selecta-Sprecherin Sarina Künzli sagt.

Drei junge Jungunternehmer hinter Safemask

Hygienemasken aus dem Automaten gibt es neu auch von einem Herisauer Start-up. Dieses heisst Safemask und ist von den drei Jungunternehmern Marco Stettler (31), Styn Haueter (29) und Pascal Wyden (37) gegründet worden.

Den ersten Automaten hat das Trio bereits aufgestellt, in Zürich an der Uraniastrase, gegenüber dem Jelmoli. Die Nachfrage sei «relativ gut», sagt Haueter. Am Mittwoch nimmt Safemask nun die nächsten beiden Automaten in Betrieb, und zwar an der Universität Zürich.

Entstanden ist die Automatenidee aus dem Onlineshop für Hygienemasken, mit dem die Jungunternehmer begonnen haben. Bis 16 Uhr bestellt, am nächsten Tag geliefert, lautet die Devise. Das hilft allerdings nichts, wenn man schon am Bahnhof steht oder vor einem Laden und keine Maske zur Hand hat. Und, so Styn Haueters Beobachtung:

«Meistens fehlt einem die Maske ja bei spontanen Aktivitäten.»

Auf Privatgrund ist es einfacher

Deshalb haben Haueter und seine Geschäftspartner die Automaten entworfen. Hergestellt werden sie in China. Als Standorte hat Safemask vor allem Privatgrundstücke im Visier. «Das ist unkomplizierter als auf öffentlichem Grund», sagt Haueter aus eigener Erfahrung: Die Gemeinde Hinwil hat Safemask eine Bewilligung verweigert.

Geld verdienen steht für Safemask mit den Automaten nicht im Vordergrund. Ein bisschen Geld verdiene man aber mit dem Onlineshop. Das Maskengeschäft ist jedoch lediglich ein Nebenerwerb für die Jungunternehmer. Haueter beispielsweise ist hauptberuflich Geschäftsführer des Gallery Clubs nahe des Paradeplatzes in Zürich. Stettler, der in Herisau wohnt, hat eine Medienagentur.

Rege Nachfrage

Ein Zehnerpack Hygienemasken aus dem Safemask-Automaten kostet fünf Franken. Kann sich Safemask vorstellen, auch in der Ostschweiz Automaten aufzustellen? «Auf jeden Fall», sagt Haueter. Als Fernziel schwebe ihnen ohnehin vor, schweizweit tätig zu werden.

Und wie läuft das Geschäft bei Selecta? Aus dem Automaten kosten zwei Masken drei Franken, ein Fünferpack sieben Franken, also deutlich mehr als bei Safemask. Selecta-Sprecherin Sarina Künzli sagt: «Seit im öffentlichen Verkehr die Maskenpflicht gilt, verkaufen wir an einem Tag so viele Masken wie zuvor in einer Woche.» Und, so Sarina Künzli weiter:

«Die Masken gehören seit der Maskenpflicht im öV zu unseren Top-10-Produkten.»

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