Die Haustüre steht offen, sollte aber verschlossen sein: Wenn Geräte falsche Entscheidungen treffen

Studie stellt fest, dass smarte Technik zu Fehlfunktionen und Schäden führen kann. Versicherungen müssen reagieren.

Stefan Borkert
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Das Internet der Dinge (IOT) durchdringt immer mehr den Alltag.

Das Internet der Dinge (IOT) durchdringt immer mehr den Alltag.

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Das Internet der Dinge (IoT) und die Digitalisierung steuern immer häufiger Häuser und Wohnungen. Schon heute nutzen mehr als 20 Prozent der Schweizer Haushalte diese sogenannten Smart-Home-Geräte. Aber was passiert, wenn die Geräte eine falsche Entscheidung treffen oder Sensoren im Haus Fehlfunktionen aufweisen? Das kann zu teuren Folgeschäden führen. Die Versicherungswirtschaft muss dafür Lösungen für die Wohnwelt der Zukunft bereithalten. Das geht aus einer aktuellen Studie von Versicherungsforschern aus Leipzig und der Zürcher Marketingagentur «ti&m AG» hervor.

«Der Haushalt der Zukunft ist vernetzt. Smarte Alltagsgegenstände führen künftig selbstständig Befehle aus oder übernehmen die Kontrolle, während die Bewohner in den Ferien sind. Die Wohnung wird intelligenter, komfortabler, sicherer und umweltfreundlicher. Aber auch anfällig für Fehlfunktionen», sagt Holger Rommel, Forschungsleiter bei «ti&m».

Softwarefehler oder falsch ausgelesene Signale könnten zu gravierenden Schäden führen. Oft müssten dann die Versicherer entscheiden, ob Schadensersatzansprüche geltend gemacht werden können oder nicht. Heute schon beliebt seien zum Beispiel Sensoren, die erkennen, ob Fenster geöffnet, gekippt oder geschlossen sind. «Kommt es hier zu Fehlfunktionen, kann dem Bewohner eine gesicherte Wohnung vorgegaukelt werden, obwohl Dieben im wortwörtlichen Sinne Tür und Tor offenstehen.» Auch die digital gesteuerte Heizungsanlage könnte im schlimmsten Fall bei einer falschen Datenauswertung automatisch herunterfahren und im Winter zu einem geplatzten Wasserrohr führen, so Rommel.

Dass smarte Technik immer mehr in die eignen vier Wände einzieht, ist kein Zufall. Aus der Studie geht auch hervor, dass mit innovativen Lösungen zum Beispiel die Nebenkosten gesenkt werden. Ausserdem seien die digitalen Helferlein inzwischen bezahlbar geworden.