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WELTMARKE: Hightech aus Steckborn: Happy Birthday, Bernina!

Dieses Jahr feiert die Nähmaschinenfabrik Bernina aus Steckborn ihr 125-jähriges Bestehen. Innovationen, Erfindungen und Pioniergeist treiben auch heute noch das Familienunternehmen an.
Stefan Borkert
Die Nähmaschinenfabrik Bernina wurde vor 125 Jahren gegründet. (Bild: Donato Caspari)

Die Nähmaschinenfabrik Bernina wurde vor 125 Jahren gegründet. (Bild: Donato Caspari)

Stefan Borkert

Die Tradition ist geblieben, die Innovation auch. 1893 hat der Erfinder und Tüftler Karl Friedrich Gegauf die erste Hohlsaumnähmaschine gebaut. Sie schaffte 600 Stiche pro Minute. Und heute, 125 Jahre später, werden in Steckborn immer noch High-Tech-Maschinen entwickelt. Sowohl bei den Maschinen als auch den Fäden hat Bernina im Jubiläumsjahr spezielle Gold-Editionen im Programm.

Heute sind die Nähmaschinen von Bernina in der Lage, aufwendige Stickereien und Designs für Kleider anzufertigen. (Bild: PD)

Heute sind die Nähmaschinen von Bernina in der Lage, aufwendige Stickereien und Designs für Kleider anzufertigen. (Bild: PD)

1932 gaben die Brüder Fritz und Gustav Gegauf, die den Pioniergeist vom Vater geerbt hatten, der ersten Haushaltsnähmaschine den Namen Bernina. Schon fünf Jahre später verliess das 20'000ste Modell die Steckborner Fabrik. Der Siegeszug des Markennamens hatte begonnen. Und schliesslich wurde auch der Firmenname danach umbenannt.

USA sind der umsatzstärkste Markt

Heute beliefert Bernina International weltweit 80 Märkte und produziert in Steckborn und Thailand. Der konsolidierte Nettoumsatz beträgt gegen 190 Millionen Franken. Bernina beschäftigt mehr als 1000 Mitarbeiter, 270 davon in Steckborn. Mit 67 Prozent sind die USA der umsatzstärkste Markt, gefolgt von Europa (25 Prozent). Die Bernina-Gruppe besteht aus 15 Firmen.

Krisen hat Bernina so manche überstanden. «Wir erwirtschaften rund 90 Prozent unseres Umsatzes im Ausland. Entsprechend sind wir durch die Entwicklung der vergangenen Jahre unter starken Druck geraten und mussten Effizienzsteigerungs- und Sparmassnahmen umsetzen, die teilweise schmerzhaft waren», sagt Inhaber und Verwaltungsratspräsident Hanspeter Ueltschi.

Stark geholfen habe das Fertigungswerk in Thailand, «das wir bereits 1990 gegründet und seither stetig weiterentwickelt haben». An der grundsätzlichen Strategie hätten Finanzkrise, Währungsentwicklung und Russlandkrise aber nichts geändert. «Ziel von Bernina ist es, Qualitäts- und Innovationsleader zu sein. Nur so können wir als Schweizer Unternehmen mit dominantem Exportanteil und hohen Entwicklungs- und Fertigungskosten im globalen Wettbewerb bestehen.» Und er fährt fort: «Gerade in schwierigen Zeiten müssen wir auf Qualität und Innovation setzen und Lösungen entwickeln, die unseren Kundinnen neue kreative Möglichkeiten verschaffen. Diese Strategie hat sich bewährt.» Das Jahr 2017 sei für Bernina sehr erfolgreich gewesen. «Vor allem der amerikanische Markt floriert.»

Karl Friedrich Gegauf fährt das erste Auto im Thurgau. (Bild: PD)

Karl Friedrich Gegauf fährt das erste Auto im Thurgau. (Bild: PD)

Die technische Innovation liegt der Familie im Blut. Sowohl Fritz Gegaufs Tochter Odette Gegauf-Ueltschi als auch Hanspeter Ueltschi haben jahrzehntelang die Geschicke der Firma gelenkt und stets auf neueste Entwicklungen gesetzt. So wurde mit dem Modell 1230 bereits 1986 die erste computerisierte Bernina-Nähmaschine auf den Markt gebracht. 2008 ging mit dem ­Modell 830 das grösste und schnellste Näh- und Sticksystem für Heimanwender an den Start. Vor gut drei Jahren präsentierte Bernina ihre erste Langarm-Quiltmaschine, die 2200 Stiche pro Minute schafft.

Innovationszyklen werden kürzer

Bernina-Sprecher Matthias Fluri erklärt, dass die Innovationszyklen heute deutlich kürzer seien als früher. «Während beispielsweise eine Bernina 830 record ab 1971 für mehr als zehn Jahre mit nur geringfügigen Änderungen produziert wurde, lanciert Bernina heute jährlich neue Produkte und Produktlinien.» Dennoch: «Die Entwicklung einer neue Maschine kann immer noch mehrere Jahre dauern. An der Bernina 830, die 2008 auf den Markt kam, wurde sechs Jahre lang gearbeitet.»

Karl Friedrich Gegaufs Erfindung, die Hohlsaumnähmaschine, ist die Basis für den Welterfolg von Bernina. (Bild: PD)

Karl Friedrich Gegaufs Erfindung, die Hohlsaumnähmaschine, ist die Basis für den Welterfolg von Bernina. (Bild: PD)

Grundsätzlich verkaufe Bernina in allen Märkten die gleichen Maschinentypen, von Sondermodellen einmal abgesehen. Von Land zu Land gebe es aber Unterschiede hinsichtlich der Präferenz für bestimmte Modelle. In der Schweiz, wo Bernina eine sehr starke Marktstellung geniesse, kämen vor allem die Maschinen des mittleren Preissegmentes sehr gut an. Fluri: «In diesem Segment werden wir demnächst eine neue Maschinenreihe lancieren, die neue 5er Serie.» In den USA laufen die Top-Maschinen überproportional gut. Das gelte vor allem für Modelle für Patchworkerinnen und Quilterinnen.

Die Denkfabrik der Bernina ist noch immer in Steckborn am Untersee angesiedelt. Hier be­findet sich ausserdem die komplette Entwicklungs- und Testabteilung und die Verwaltung. Ausserdem ist dort auch eine Teilefertigung und eine Montage, in der die Top-of-the-Line-Produkte sowie die neuen Langarm-Maschinen hergestellt werden. «Bei der Montage in Steckborn handelt es sich übrigens um das einzige Fertigungswerk für Haushaltsnähmaschinen in der westlichen Welt», sagt Fluri.

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