Wells Fargo bei Wachovia gestoppt

Auf Begehren der Citigroup hat ein Richter den Verkauf der angeschlagenen US-Grossbank Wachovia an Wells Fargo vorerst untersagt.

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New York. Der Kampf zwischen den beiden amerikanischen Bankkonzernen Citigroup und Wells Fargo um Wachovia hat sich mit einer temporären gerichtlichen Anordnung zugunsten der Citigroup intensiviert. Wells Fargo hatte letzten Freitag 15,1 Mrd. $ oder 7 $ je Wachovia-Aktie offeriert und wollte die ganze Bank ohne Staatshilfe übernehmen. Citigroup hatte zuvor zum Wochenauftakt unter Einwilligung der staatlichen US-Aufsichtsbehörden den Kauf der Bankoperationen von Wachovia für 2,16 Mrd. $ in einem vorläufigen Abkommen vereinbart. Citigroup wollte dabei die Wertpapier-Sparten der Wachovia nicht mit übernehmen. Die staatliche Einlagenversicherung FDIC hätte im Zuge der Citigroup-Transaktion alle über 42 Mrd. $ hinaus gehenden Wachovia-Verluste tragen müssen.

Exklusivitätsvereinbarung

Citigroup protestierte gegen die Kaufvereinbarung zwischen Wells Fargo und Wachovia. Sie verwies auf eine Exklusivitätsvereinbarung, die es Wachovia untersage, mit anderen Parteien über eine Fusion oder Akquisition zu verhandeln. Nun hat Citigroup von Charles Ramos, einem Richter des obersten Landesgerichtes des Bundesstaates New York, eine Fortsetzung der Exklusivitätsvereinbarung bis zu einer weiteren Gerichtsanordnung erwirkt.

Mit schwerem Geschütz

Der Richter hat laut Citigroup einen Termin für den 10. Oktober angesetzt. Citigroup wolle wegen des Eingriffs in die ursprüngliche Transaktion einen Schadenersatz von 60 Mrd. $ von Wells Fargo fordern, berichtete die Sonntagsausgabe der «New York Times». (br)

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