Weidmann baut in der Schweiz bis zu 150 Stellen ab

RAPPERSWIL-JONA. Die Wicor- Gruppe plant, Teile ihrer Herstellung elektrischer Isolationskomponenten aus der Schweiz zu verlagern. Betroffen ist die zur Gruppe gehörende Weidmann Electrical Technology AG.

Merken
Drucken
Teilen

RAPPERSWIL-JONA. Die Wicor- Gruppe plant, Teile ihrer Herstellung elektrischer Isolationskomponenten aus der Schweiz zu verlagern. Betroffen ist die zur Gruppe gehörende Weidmann Electrical Technology AG. Der Standort Rapperswil werde sich auf die Herstellung von Transformerboard, hoch automatisierte Fertigungsprozesse und anspruchsvolle Produkte konzentrieren, teilte das Unternehmen mit. In der Folge könnten innert drei Jahren bis zu 150 Arbeitsplätze abgebaut werden.

Wie viele Stellen es am Ende tatsächlich sein werden, lässt sich laut Franziska Tschudi Sauber, Chefin der Wicor Holding, derzeit noch nicht sagen. Man stehe am Anfang der Konsultationen. Zusammen mit Personalvertretung und Sozialpartnern ist ein Konsultationsverfahren eingeleitet worden. Geplant sei, Kündigungen nach Möglichkeit durch natürliche Wechsel, Frühpensionierungen und alternative Stellen innerhalb der Gruppe zu vermeiden. Zusätzlich gebe es einen Sozialplan.

Der Verband Angestellte Schweiz wiederholte gestern seine Kritik am Weidmann-Management. Das Unternehmen habe es verpasst, seine Produkte weiterzuentwickeln: «Es hat die Energiewende verschlafen.» Denn bereits im April habe Weidmann bei der Herstellung von Trafo-Isolationsmaterial den Abbau von 50 Stellen angekündigt. Den schon existierenden Sozialplan der Firma erachtet der Verband als «stark verbesserungswürdig». Die Gewerkschaft Syna mahnte die Firma, Hand für gute Lösungen zu bieten.

Die Kritik, die technologische Wende verschlafen zu haben, weist Tschudi zurück. Die zahlreichen Patente, die sich das Unternehmen in den vergangenen Jahren erarbeitet und gesichert habe, zeigten ein anderes Bild. Dass nun Produktionsschritte ins europäische Ausland verlagert werden, liege nicht nur am Preiszerfall. Immer mehr Kunden wollten ihre Zulieferer im jeweiligen Markt nah bei sich haben, erläutert das Unternehmen. Zuerst wird das noch kleine Werk in Kroatien ausgebaut, dann geht es um Verlagerungen nach Nord- und Osteuropa. (T.F.)