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Wegen Grossaktionär Rössler: Aktivist Veraison muss den Angriff auf Implenia aufgeben

Im Streit zwischen der Aktionärsgruppe Veraison/Rössler und dem Baukonzern Implenia kommt es zu einer überraschenden Wende. Ankeraktionär Rössler hat sich mit Implenia am Wochenende über die Zukunftspläne geeinigt.
Veraison steigt bei Implenia aus: eine Tunnelbohrmaschine des Schweizer Baukonzerns (Archivbild). (Bild: KEYSTONE/GAETAN BALLY)

Veraison steigt bei Implenia aus: eine Tunnelbohrmaschine des Schweizer Baukonzerns (Archivbild). (Bild: KEYSTONE/GAETAN BALLY)

(sda/nav) Noch am Montag waren Gespräche des Implenia-Verwaltungsrats mit Rösslers Parmino und der Beteiligungsgesellschaft Veraison geplatzt. Die Zeichen standen auf Konfrontation. Doch am Wochenende hat sich Ankeraktionär Rössler nun mit Implenia über die Zukunftspläne geeinigt. Anscheindend ist es Implenia gelungen, Rössler abzubringen vom härteren Kurs, den der aktivistische Aktionär Veraison fahren wollte. Veraison hatte dem Verwaltungsrat von Implenia vorgeworfen, seine Pläne kämen einer Enteignung der Aktionäre gleich.

Doch dann einigte sich Rössler mit Implenia. Rösser hält rund 16 Prozent der Aktien von Implenia. Veraison hatte nur 1,9 Prozent. Damit hatte Veraison mit seinem Angriff auf Implenia kaum mehr Aussicht auf Erfolg. Der aktivistische Investor gab kurzerhand auf. Veraison verkaufte seine Beteiligung an Implenia. Für den Chef von Veraison Gregor Greber ist es eine Niederlage.

Den Rückzug muss Veraison nun in ein möglichst vorteilhaftes Licht stellen. Die Investmentgesellschaft teilt am Montag mit, man habe konstruktive Gesprächen mit der Implenia geführt und es habe eine positive Entwicklungen gegeben "im Zusammenhang mit dem Einbezug aller Aktionärsinteressen bei der Gestaltung der Zukunft für die Entwicklungsdivision". Veraison freue sich auch, dass der Ankeraktionär (die Parmino Holding und Max Rössler) wieder in einem guten Einvernehmen mit der Implenia stehe, heisst es weiter.

Zuvor hatte Veraison jedoch recht unzimperlich die Abwahl des aktuellen Implenia-Verwaltungsratspräsidenten gefordert.

Rössler und Veraison lagen mit dem Verwaltungsrat von Implenia seit einiger Zeit im Streit um die Strategie des Baukonzerns. Implenia hatte vor kurzem an einer Investorenveranstaltung angekündigt, eine separate Immobiliengesellschaft zu gründen, in der ein Teil des Immobilienportfolios ausgegliedert werden soll. Daran sollen sich laut den Plänen ausgewählte institutionelle Investoren beteiligen können.

Dies ging der Aktionärsgruppe Veraison/Rössler zu wenig weit. Der Aktionärsgruppe von Veraison und Rössler ging das zu wenig weit. Sie forderte eine Immobiliengesellschaft, bestehend aus dem gesamten Portfolio mittels eines Spin-off, und eine "unverzügliche" Börsen-Kotierung. Die Abspaltung solle mit einer Aktiendividende oder einer ähnlichen Struktur erfolgen.

Antrag auf ao GV zurückgezogen

Rössler und seine Parmino Holding hatten darauf eine ausserordentliche Generalversammlung verlangt. Diesen Antrag haben Rössler und Veraison nun am Wochenende zurückgezogen. Zudem löst Rössler die mit dem aktivistischen Investor Veraison gebildete Aktionärsgruppe auf. Die Gruppe hielt zusammen 18,1 Prozent am Implenia-Kapital.

Implenia wird andererseits bis zur nächsten ordentlichen Generalversammlung keine Schritte unternehmen, welche die Beteiligung Rösslers und anderer Aktionäre an der ins Auge gefassten abgespaltenen Immobilienholding beeinträchtigen könnten.

Der Implenia-Verwaltungsrat und sein Grossaktionär wollen sich gemäss der Mitteilung nun Zeit nehmen, um die beiderseitigen Vorschläge für die Ausgliederung des Immobiliensektors und mögliche weitere Optionen zu diskutieren. Ziel sei ein Konsens.

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