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Weckruf für lokale Versorger

Mittels Batteriespeichern kann die Photovoltaik besser genutzt werden. Diese Kombination funktioniert ohne Förderung und eröffnet lokalen Elektrizitätswerken neue Geschäftsfelder.
Martin Sinzig
Batteriespeichersystem für Solarstromanlagen, hier eines des französischen Herstellers Saft. (Bild: pd)

Batteriespeichersystem für Solarstromanlagen, hier eines des französischen Herstellers Saft. (Bild: pd)

ST. GALLEN. In Deutschland und auch in der Schweiz werden immer mehr Photovoltaikanlagen gebaut. Weil deren Energieproduktion nicht stetig ist, entstehen vor allem im Sommer Überschüsse. Um die sonst verlorene Energie zu nutzen, sollen Speicherlösungen eingesetzt werden. Dezentrale Speicher und die Lastensteuerung im Verteilnetz gehören zur Kernkompetenz der lokalen Energieversorger (EVU). Das sagte Christian Sahli von der Swiss Utility Solutions AG an einer Fachtagung der Abonax AG, die Schweizer EVU mit Dienstleistungen unterstützt. Die EVU betreiben das lokale Verteilnetz und rechnen ab. Damit seien alle Voraussetzungen gegeben, um neue Geschäftsmodelle, wie sie sich mit Speicherlösungen ankündigen, zu realisieren.

Ein Weckruf für EVU

Die sinkenden Gestehungskosten führten dazu, dass sich Hausbesitzer eine Investition in die Photovoltaik überlegten, weil die damit erzeugte Energie günstiger werden könnte als der Bezug aus dem Netz. «Das ist ein Weckruf, die Entwicklung nicht anderen zu überlassen», sagte Sahli vor den Vertretern von Ostschweizer EVU. Photovoltaik werde auch ohne Förderung zum Selbstläufer, prophezeit er.

Mit Photovoltaikanlagen auf dem Dach können sich Hausbesitzer schon heute zu 30% selbst versorgen. Mit Batteriespeichern steige die Unabhängigkeit auf 70%, rechnet Sahli vor. Um die Sommerspitzen zu nutzen, bräuchte es etwa eine Million Batterien, also eine Batterie in jedem vierten Haus. Die technischen Möglichkeiten seien eine Chance für die EVU. «Wir sollten aufhören, in alten Denkmustern zu verharren», sagt Sahli.

Erst regeln, dann speichern

In dieselbe Kerbe hieb Professor Franz Baumgartner, Dozent an der ZHAW School of Engineering in Winterthur. Leistungsreduktionen seien vorläufig die billigste Methode, um die Photovoltaik im Sommer zu regeln. Technisch sei es möglich, in Sommermonaten die Energie vom Dach für den Verbrauch in der Nacht zu speichern. Was wirtschaftlich sinnvoll sei, hänge vom Preis der Photovoltaikmodule und der Batterien ab.

Aktuelle Batteriekosten lägen noch zu hoch und rechtfertigten noch keinen wirtschaftlichen Einsatz, warnt Baumgartner vor falschen Versprechungen gewisser Anbieter von Batterien. Speicherlösungen dürften sich aber deutlich verbilligen. Baumgartner erwartet, dass sich die Preise von heute gut 500 Fr. pro Kilowattstunde (kWh) Speicherkapazität bis 2025 in Richtung 150 Fr./kWh bewegen dürften.

Erfahrungen im Allgäu

Von ersten Erfahrungen mit dezentralen Lösungen zur Einspeisung und Speicherung von Energie berichtete Bernhard Rindt. Er ist Geschäftsführer der eGrid GmbH, einer Tochterfirma der Allgäuer Überlandwerke. In einem Versuchsprojekt wurden acht regelbare Ortsnetztransformatoren und einer der ersten Siemens-Arealnetzspeicher (Elektrobatterien) eingesetzt. Die höhere Ausschöpfung der neuen erneuerbaren Energien führte zusammen mit der Regelung zu 30% geringeren Netzausbaukosten, und dies ohne viel Technik, wie Rindt betont. Ein weiteres Projekt laufe in einem Wohnareal. Arealnetzspeicher erlaubten es im Gegensatz zu einer Batterie in jedem Haus, Erzeugung und Verbrauch besser aufeinander abzustimmen.

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