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Weckruf des Weltkapitalisten

Blackrock ist der weltgrösste Treuhänder von Firmenaktionären. Der Branchengigant sieht sich in der Verantwortung, die finanziellen und die ideellen Ziele seiner Kunden in Einklang zu bringen.

Blackrock ist ein Riese im Investmentgeschäft. Mit den 6000 Milliarden Dollar, die der US-Vermögensverwalter im Namen unzähliger Fondssparer und Kleinanleger in vielen Ländern betreut, zählt der Konzern auch in der Schweiz fast in jedem grösseren Unternehmen zum Kreis der wichtigsten Aktionäre.

Nun muss Blackrock tun, was Ökonom Milton Friedman, der geistige Vater des Shareholder-Value-Prinzips, in seinem Weltbild vor bald 50 Jahren nicht vorausgesehen hatte. Als Fonds­manager und treuhänderischer Vermögensverwalter steht Blackrock in der Verantwortung, die ­finanziellen und die ideellen Ziele seiner Kunden in Einklang zu bringen. Dies, weil die Mehrheit der Blackrock-Kunden Index-Fonds halten. Damit entscheiden sie selber bloss, in welche Märkte sie investieren. Verletzen die im Index enthaltenen Unternehmen das Wertesystem ihrer wirtschaftlich berechtigten Aktionäre, also der Blackrock-Kunden, bleiben sie trotzdem in deren Portefeuille.

Nobelpreisträger Friedman hatte sich das anders vorgestellt. Laut seiner Theorie hätten die Aktionäre Abweichungen von ­ih­ren individuellen ethischen Präferenzen durch den Verkauf ihrer Anteile zum Ausdruck bringen sollen. Die Firmenchefs hätten sich so auf die Gewinnmaximierung konzentrieren können, die Einhaltung von Gesetzen und Sitten vorausgesetzt.

Dieser Tage erhalten die Chefs der weltgrössten Publikumsgesellschaften einen Brief von Blackrock-Chef Larry Fink, der ihnen das Ende von Friedmans Modell vor Augen führt. Im Zug des hohen Zuspruchs von Indexanlagen stehe Blackrock mehr denn je in der Verantwortung, sich in den Unternehmen einzubringen und die Stimmrechte der Kunden wahrzunehmen. Fink schreibt, im Geschäft könne es nicht nur um Gewinnmaximierung gehen. «Eine Firma muss auch zeigen können, wie sie positive Beiträge für die Gesellschaft leiste.» Und: «Die Gesellschaft verlangt, dass ­Un­ternehmen, ob staatlich oder privat, soziale Zwecke erfüllen.»

Wie konsequent sich Blackrock stärker engagiert, bleibt abzuwarten. Ernst zu nehmen sind die Worte allemal. Erst kürzlich verlangte die kalifornische Lehrerpensionskasse und Apple-Aktionärin Calstrs vom iPhone-Konzern Ideen, um das suchtartige Konsumverhalten von Kindern einzudämmen. Gleichzeitig versuchen immer mehr Grossinvestoren, stärker auf nachhaltigere Anlagen zu fokussieren. (dz)

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