Migros und Zur Rose machen ernst. Pilotversuche waren erfolgreich. Webshop als Marktplatz und Shop-in-Shop vor Ort

Die Tests haben sich bewährt. Migros und die Frauenfelder Versandapotheke Zur Rose starten mit zwei Joint-Ventures ins neue Jahr. Weitere Pilotversuche folgen.

Stefan Borkert
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Shop-in-Shop: Zur Rose und Migros spannen zusammen.

Shop-in-Shop: Zur Rose und Migros spannen zusammen.

Bild: PD

Die Frauenfelder Zur Rose Goup macht beim Wachstum vorwärts. Der Chef der Zur Rose Group, Walter Oberhänsli, will bis 2022 den Umsatz des Unternehmens verdoppeln. Was dann einen Umsatz in Höhe von 2,4 Milliarden Franken bedeuten würde. Grund für den Optimismus ist unter anderem, dass in Deutschland das elektronische Rezept eingeführt wird und weitere EU-Staaten möglicherweise folgen.

Zur Rose erhofft sich in Deutschland als Marktführer entscheidende Vorteile im Preiskampf. Die Gruppe hat gute ­Karten. Sie ist im deutschen Markt durch die Übernahme der Versandapotheke Medpex um 46 Prozent gewachsen. Gemäss Oberhänsli laufen bereits Pilotprojekte mit Krankenkassen. Allerdings hat es Zur Rose bedingt durch das starke Wachstum am Markt noch nicht in die Gewinnzone geschafft.

Zwei Joint-Ventures in der Schweiz gegründet

In der Schweiz seien Umsatz und Marktanteil leicht gestiegen, sagte Finanzchef Marcel Ziwica bei der Präsentation des Halbjahresergebnisses im Spätsommer. Wachsen will Zur Rose hierzulande auch zusammen mit der Migros. Die probeweise in drei Migros-Filialen eingerichteten Apotheken hätten sich sehr bewährt, äusserte sich Oberhänsli. Um weitere solche Shop-in-Shop-Apotheken einzurichten, gründen die Versandapotheke Zur Rose und die Medbase, ein Tochterunternehmen der Migros, deshalb auf Anfang nächsten Jahres zwei Joint-Ventures.

Das eine der beiden Gemeinschaftsunternehmen, die am 1. Januar operativ tätig werden und an denen Zur Rose und Medbase zu gleichen Teilen beteiligt sind, wird sich denn auch dem Roll-out weiterer «Zur Rose»-Filialen in Migros-Verkaufsstellen annehmen. Weiter schreibt die Nachrichtenagentur SDA, dass es solche Apotheken in den Migros-Filialen in Bern, in Zürich sowie in Basel gebe.

Bereits geplant sind demnach weitere Shop-in-Shop-Apotheken im Kanton Waadt und in Spreitenbach. Zur Rose schreibt in einem Communiqué, dass sich weitere Standorte in Prüfung befänden. Gemäss früheren Angaben stünden dabei insbesondere Filialen in Regionen, in denen Ärzte selbst keine Medikamente abgeben dürfen, im Visier. Dazu gehören insbesondere Ballungszentren in der Westschweiz.

Das zweite Joint-Venture, das im Januar startet, dient dem Betrieb des Webshops Zurrose-­shop.ch. Im gemeinsamen Internetladen wollen Zur Rose und die Migros-Tochter Med­base ab 1. Januar frei verkäufliche Gesundheits- und Pflegeprodukte anbieten. Gemäss SDA sei allerdings geplant, den Webshop mittelfristig als Marktplatz zu betreiben, auf dem auch weitere Partner ihre Produkte verkaufen könnten. Für die Migros gehören solche Joint-Ventures zur Strategie, in den Gesundheitsmarkt hinein zu expandieren.

Analysten sind optimistisch

Bei den Bankanalysten kommen die Joint Ventures gut an, heisst es bei der SDA. Experten der Baader Bank etwa schätzen, dass die Gemeinschaftsunternehmen mittelfristig bedeutende Auswirkungen auf das Wachstumspotenzial von Zur Rose in der Schweiz haben. Und bei der Zürcher Kantonalbank wurden die Joint-Ventures bei deren ersten Ankündigung schon begrüsst, weil sie eine intensivere Bearbeitung des Marktes Schweiz ermöglichten.