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Mode Weber feiert 100-Jahr-Jubiläum – und die Besitzerfamilie plant die Zukunft

Die Modekette Weber blickt auf eine 100-jährige Geschichte zurück. Die Familie schaut weiter nach vorn.
Kaspar Enz
Erich Weber im St.Galler Hauptsitz.

Erich Weber im St.Galler Hauptsitz.

Während andere Detailhändler das Ladensterben beklagen, eröffnet Familie Weber neue Läden. Zuletzt die «Butikk» in St.Gallen. Platz für neue Labels, meist skandinavische Marken, die sich der Nachhaltigkeit verschrieben haben. «Die Leute dahinter sind etwas chaotischer als bei den etablierteren Labels», sagt Erich Weber. Dafür seien sie überzeugt von ihren Stoffen, dem Design und der Mission. «Ein bisschen Fanatiker», schmunzelt Weber. Aber ansteckende. Sie steckten nicht nur Webers Kinder Vera und Lukas an, die das neue Geschäft anregten, sondern auch ihre Eltern.

Und die Kunden? «Die Frequenzen sind gut», sagt Weber. Es gelte, eine neue Kundschaft zu finden, eine, die auch morgen noch Kleider kauft. «Die müssen wir erst kennen lernen.» Da gehörten ein paar Fehler dazu.

Dass man aufs Pferd von morgen setzt, hat beim Familienunternehmen Tradition. Die Modekette, die zwischen Winterthur, St.Margrethen und Chur 22 Läden führt, wird heuer hundert Jahre alt. Ihren Ursprung hat sie in Wattwil. Hier eröffneten Ernst und Anna Weber 1919 einen Gemischtwarenladen. Der stand beim noch recht neuen Bahnhof, abseits des Dorfs. Doch mit der Bahn verschob sich auch das Zentrum, hin zu Webers Geschäft.

Das Haus in Wattwil ist der Ursprung der Ostschweizer Modekette. (Bild:PD)

Das Haus in Wattwil ist der Ursprung der Ostschweizer Modekette. (Bild:PD)

Die treibende Kraft hinter dem Laden, der bald etwas Mode ins Toggenburg brachte, war Anna, weiss ihr Enkel Erich. Grossvater Ernst gründete bald ein Baugeschäft, dort stiegen auch die älteren Söhne ein. «Die beiden jüngeren Buben, Paul und Friedrich, mussten ins Kleidergeschäft einsteigen.»

Im Zentrum von Morgen

Doch vorher sorgte Weber für Aufruhr in Wattwil. Es war 1964, Weber baute das Haus mit der Migros zum Einkaufszentrum aus. «Das stiess den Detaillisten sauer auf.» Migros zerstöre den Detailhandel, glaubten sie. «Dabei wurde das Einkaufszentrum zum Magneten», sagt Weber.

Mit dem Aufkommen der Einkaufszentren wuchs auch Weber. 1966 wurde Erichs Vater Friedrich nach Widnau geschickt, um in einem neuen Einkaufszentrum ein Geschäft zu eröffnen. «Eine Migros, eine Drogerie, ein Kiosk und wir.» Bald folgte eine Filiale im Rheinpark. «Dort gab es eine lange Rolltreppe, die Leute kamen deswegen von weit her.» Im Rheintal tanzte der Bär, gerade in den 1980ern. «Die Vorarlberger kauften damals in der Schweiz ein.» Neue Weber-Filialen entstanden seither in Einkaufszentren in Mels, in Rapperswil oder St.Gallen.

Dort begann auch Erich Webers Karriere im Familienbetrieb. «Ich arbeitete schon im Studium oft für die Firma.» Doch dann musste es plötzlich schnell gehen. Erich Weber arbeitete bei Unilever in Zürich, als Vater Friedrich anrief. Er war drauf und dran, ein St.Galler Kleidergeschäft zu übernehmen. «Ich hatte einen Tag Zeit für die Entscheidung.» Bald führte er den heutigen Hauptsitz an der St.Leonhardstrasse. Auch seine Frau wirkt massgeblich im Betrieb mit. Ihr Sinn für Mode und Design habe den Kurs fortan mitgeprägt. «Grad in St.Gallen hatten wir neue Möglichkeiten.» Das schon etwas biedere Image wurde aufgefrischt – auch wenn das manche Stammkunden erst etwas verschreckte.

Auf Nebenpfaden zum Erfolg

Denn die Zukunft ist nicht immer dort, wo alle hinrennen. Als die Branche sich vor rund 10 Jahren von grossen Marken ihre Läden einrichten liessen, setzte Weber auf den eigenen Instinkt, auf damals noch kleinere Labels wie Drykorn. Langfristig die richtige Entscheidung, ist er überzeugt. Heute verzichtet er auf einen eigenen Online-Shop, und auch wenn mal eine Filiale schliesst, eröffnet er neue Läden. «In den Stadtzentren geht es uns heute besser als in den Einkaufszentren», sagt Weber.

Auch jetzt plant die Familie die Zukunft. Ein neues Logo ziert die Läden. Das Unternehmen, lange auf verschiedene Linien der Familie verteilt, ist jetzt wieder unter einem Dach. Denn hier in St.Gallen steht mit Vera und Lukas Weber die nächste Generation bereit, die schon mitarbeitet. Bis zur Übergabe werde es noch ein paar Jahre dauern. Aber in einem Familienunternehmen sei man eine Art Staffelläufer. «Meine Kinder sollen ein funktionierendes Geschäft übernehmen. Ich will meinen Kindern keine Baustelle überlassen.»

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