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Wachstum zählt mehr als schwarze Zahlen: Die Zur Rose will auf dem dynamischen Apothekenmarkt an vorderster Front mitmischen

Die im Medikamentenhandel tätige Frauenfelder Zur Rose Group setzt voll auf den Gewinn von Marktanteilen und technologischen Vorsprung. So will das Unternehmen von der Digitalisierung profitieren und nimmt vorerst Verluste in Kauf.
Thomas Griesser Kym
Eine Doc-Morris-Mitarbeiterin stellt Medikamente bereit. Ab 2021 wird der deutsche Markt ab einem Logistikzentrum in Holland beliefert. (Bild: PD)

Eine Doc-Morris-Mitarbeiterin stellt Medikamente bereit. Ab 2021 wird der deutsche Markt ab einem Logistikzentrum in Holland beliefert. (Bild: PD)

Walter Oberhänsli strotzt vor Zuversicht: «Wir glauben, dass wir die Apothekenwelt verändern können», sagt der Gründer und Chef der Zur Rose Group mit Sitz in Frauenfeld, die als Grossistin Ärzte und als Versandhändlerin Patienten mit Medikamenten beliefert. In die Hände spielt dem Unternehmen, dass die Digitalisierung den Gesundheitsmarkt voll erfasst hat. Um eine führende Rolle zu spielen, hat die Zur Rose seit ihrem Börsengang vor zwei Jahren mit Eurapon, Vitalsana, Apo-Rot und jüngst Medpex in Deutschland vier Online-Apotheken erworben und diese der 2012 übernommenen Doc Morris hinzugefügt. Vergangenes Jahr hat die Zur Rose im Ausland erstmals mehr Umsatz erwirtschaftet als in ihrem Heimmarkt Schweiz.

Organisches Wachstum sowie die Übernahmen haben den Umsatz vergangenes Jahr erstmals über die Milliardenmarke getrieben, auf 1,2 Milliarden Franken, während die Ergebnisse nach wie vor tiefrot sind. Dies als Folge des noch defizitären Auslandgeschäfts und der Integrationskosten. Aber Finanzchef Marcel Ziwica sagt es deutlich: «Wachstum und der ­Gewinn von Marktanteilen sind momentan wichtiger als ein positives Ergebnis.» Abgesehen davon kratzt das Betriebsergebnis vor Abschreibungen und Amortisation bereits an der Nulllinie.

Das elektronische Rezept elektrisiert die Zur Rose

Mit den Zukäufen sieht Oberhänsli das Fundament gelegt, um weiter kräftig zu wachsen. Schon im Jahr 2022 will man den letztjährigen Umsatz verdoppeln. In Deutschland hat man dank der Expansion den Marktanteil am Versand mit rezeptpflichtigen Medikamenten innert Jahresfrist von 18 auf 31 Prozent ausgebaut und ist damit doppelt so gross wie die Nummer zwei. Und Oberhänsli sieht gewaltiges Potenzial. Dies einerseits, weil das im Vertrag der deutschen Regierungskoalition ursprünglich geplante Verbot des Arzneimittelversands vom Tisch ist.

Viel verspricht sich Oberhänsli andererseits vom elektronischen Rezept, dessen Einführung in Deutschland auf Mitte Jahr terminiert ist. So kann der Arzt das Rezept an eine Online-Apotheke übermitteln, die die Medizin an den Patienten versendet. Noch ist der Marktanteil der Online-Apotheken am deutschen Markt der rezeptpflichtigen Medikamente mit 1,3 Prozent gering. In der Schweiz oder in Schweden, wo es das elektronische Rezept schon gibt, beträgt der Online-Anteil bereits 10 Prozent. Ein drittes Wachstumsfeld sieht die Zur Rose in elektronischen Gesundheitsmarktplätzen. Dazu hat sie kürzlich die spanische Plattform Promo Farma erworben, über die Gesundheitsservices angeboten werden. Mit solchen Leistungen expandiert man nach Frankreich und nimmt als nächstes Italien ins Visier.

Kooperation mit der Migros und mit Krankenkassen

In der Schweiz setzt die zur Rose im Vertrieb auf das Mehrkanalsystem. Neben den angestammten Tätigkeiten als Ärztegrossistin und als Versandhändlerin hat sie in Kooperation mit der Migros drei stationäre Shop-in-Shop-Apotheken eröffnet. Der Versuch sei erfolgreich gewesen, dieses Jahr könnte man die Zahl dieser Apotheken auf sechs verdoppeln.

Mit der Krankenkasse KPT hat die zur Rose vor anderthalb Jahren ein Modell kreiert, bei dem Patienten in der Grundversicherung Rabatt erhalten, wenn sie telemedizinische Beratung nutzen und die Arznei vom selbst­dispensierenden Arzt oder online bei der Zur Rose beziehen. Mit diesem Modell kommt die Zur Rose «mit einer weiteren grossen Kasse» ins Geschäft. Der Name ist noch geheim. Keine Auskunft erteilt Oberhänsli zum Streit mit der Grossaktionärin Corisol, deren beide Vertreter jüngst abrupt den Verwaltungsrat der Zur Rose verlassen haben. Angeblich gab es Differenzen über die Wachstumsstrategie. Weiter wollen sich die Parteien nicht äussern.

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