WACHSTUM: Trotz Frankenschock auf Erholungskurs

Die Schweizer Wirtschaft ist im leichten Aufwind. Allerdings bremste ein schwächerer Aussenhandel die Erholung. Experten rechnen mit einem Aufwärtstrend.

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Nach vorläufigen Zahlen wuchs das Bruttoinlandprodukt (BIP) 2016 real um 1,3%, wie das Staatssekretariat für Wirtschaft (Seco) gestern mitteilte. Das Wachstum fiel 2015 noch mit 0,8% wesentlich schwächer aus. Der Frankenschock hatte die Wirtschaft ausgebremst.

Besser entwickelten sich 2016 insbesondere die Investitionen und die Warenexporte. Die Investitionstätigkeit in Ausrüstungen erhöhte sich um 4,1%. Insbesondere dank gestiegener Warenexporte kam von der Handelsbilanz ebenfalls ein positiver Wachstumsimpuls. Konterkariert wurde diese Entwicklung allerdings von einem negativen Wachstumsbeitrag der Vorratsveränderung. In einem ähnlichen Rahmen wie in den beiden Vorjahren stiegen der Konsum der privaten Haushalte um 1,2% und der des Staates um 1,9%.

Abkühlung der Dynamik zum Jahresende

Wachstumsstark war insbesondere die erste Jahreshälfte. Im ersten und zweiten Quartal wuchs die Schweizer Wirtschaft mit 0,3 und 0,6%. Mit jeweils 0,1% im dritten und vierten Quartal kühlte sich die Dynamik zum Jahresschluss allerdings ab.

In Anbetracht des Frankenschocks und der damit verbundenen Herausforderungen für Industrie und Tourismus handle es sich insgesamt um eine gute Wachstumsentwicklung, kommentierte Eric Scheidegger, Leiter der Direktion für Wirtschaftspolitik beim Seco, die Zahlen gegenüber der Nachrichtenagentur SDA. Im Schlussquartal bremste der Aussenhandel das Wachstum. Die Warenexporte schrumpften um 3,8%. Auch die Dienstleistungsexporte gingen um 1,3% zurück. Laut Scheidegger erstaunten besonders die rückläufigen Exportzahlen in der Pharma- und Chemiebranche. Es sei aber zu früh, von einer schwächeren Dynamik zu sprechen. Oft könnten bereits zwei oder drei Produktekategorien die Ausfuhren abbremsen. Auch Yngve Abrahamsen, Leiter Prognose bei der Konjunkturforschungsstelle KOF der ETH Zürich, geht von einem temporären Dämpfer aus.

Das Seco zeigte sich optimistisch für die Zukunft. Die Indikatoren seien «sehr positiv», be­tonte Scheidegger. Daniel Kalt, Chefökonom der UBS-Schweiz, erwartet, dass die Schweizer Wirtschaft im laufenden Quartal wieder zulegen werde. (sda)