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VW-Skandal: So prüfen Sie, ob Ihr Auto betroffen ist

Besitzer von Autos der Marken Audi und VW können überprüfen, ob ihr Auto mit der manipulierten Software ausgeliefert wurde. Um Klarheit zu erhalten, braucht man die Fahrgestellnummer.
Der deutsche Autobauer VW macht derzeit wegen eines Abgasskandals Schlagzeilen. (Bild: GIAN EHRENZELLER (KEYSTONE))

Der deutsche Autobauer VW macht derzeit wegen eines Abgasskandals Schlagzeilen. (Bild: GIAN EHRENZELLER (KEYSTONE))

Als erstes Land der Welt erlässt die Schweiz am kommenden Montag ein Zulassungsverbot für mutmasslich manipulierte Autos aus dem VW-Konzern. Das Bundesamt für Strassen (Astra) hat seine bereits geäusserte Absicht am Freitag konkretisiert. Eine Überreaktion sei das nicht, ist man dort der Meinung. Irgendwie habe man ja auf dieses Problem reagieren müssen, sagte ASTRA-Sprecher Guido Bielmann der Nachrichtenagentur sda. Das Zulassungsverbot ist vorläufig. Über eine Aufhebung werde entschieden, wenn neue Erkenntnisse vorliegen, heisst es in der Mitteilung des ASTRA.

Der Hauptgrund für das vorläufige Zulassungsverbot sei, dass die Autos mit der eingebauten Software für die Prüfung manipuliert wurden, sagte Bielmann. Zudem wird das Verbot in der Mitteilung mit dem Umweltschutz begründet.

Ab Montag nicht mehr zugelassen werden Autos der betroffenen Modelle, die erstmals in der Schweiz immatrikuliert würden - also Neuwagen oder Gebrauchtwagen aus dem Ausland. Wer hingegen bereits ein möglicherweise manipuliertes Auto besitzt, kann dieses weiter verkaufen. Und der Käufer kann das Fahrzeug dann auch wieder zulassen lassen.

Internet-Check

Wer sich nicht sicher ist, ob sein Auto manipuliert ist oder nicht, kann dies seit Freitag auf www.volkswagen.de/info oder hier herausfinden. Dort muss man die Fahrgestellnummer eingeben, um Klarheit zu erhalten.

Vom vorläufigen Zulassungsverbot des ASTRA betroffen sind Autos der Marken Audi, Seat, Skoda und VW, die zwischen 2009 und 2014 gebaut wurden und einen 1,2-Liter, 1,6-Liter oder Zwei-Liter-Dieselmotoren haben.

Keine Freude am Zulassungsstopp haben die Autohändler. Es seien zahlreiche Autos in den Lagern der Händler vom Verkaufsstopp betroffen, schreibt der Verband freier Autohandel Schweiz (VFAS) in einer Mitteilung vom Freitag. Das Verkaufsverbot verursache hohe Kosten. Der Verband äusserte erneut die Absicht, rechtliche Schritte gegen VW zu prüfen.

Erster Aktionär klagt

In Deutschland hat derweil der erste VW-Aktionär eine Schadenersatzklage eingereicht. Dies bestätigte ein Gerichtssprecher des Landgerichts Braunschweig. Der Privataktionär hatte im April und Juli VW-Vorzugsaktien gekauft und möchte diesen Kauf nun rückabwickeln, wie seine Kanzlei mitteilte. Laut seinen Anwälten hat der Mann rund 20'000 Euro verloren.

Die Anwälte argumentieren, dass sich VW wegen einer Reihe von unterlassenen sowie unvollständigen Kapitalmarkt-Informationen gegenüber seinen Aktionären schadenersatzpflichtig gemacht habe. Volkswagen wollte den Fall nicht kommentieren; der Vorgang sei ihm nicht bekannt, sagte ein Sprecher. Die Klage wurde dem Gericht zufolge dem Konzern noch nicht zugestellt.

In die gleiche Kerbe schlagen inzwischen auch mehrere deutsche Kanzleien, die Gemeinschaftsklagen vorbereiten. Auch in den USA arbeiten Rechtsanwälte an Sammelklagen enttäuschter VW-Kunden, unabhängig davon drohen VW Milliardenstrafen von Behörden.

Frankreich und Italien

Ermittelt wird unterdessen auch in Frankreich. Es seien Vorermittlungen wegen schweren Betrugs eingeleitet worden, sagte eine Sprecherin der Pariser Staatsanwaltschaft am Freitag. Rund 950'000 Autos sind in Frankreich von den Manipulationen betroffen. Die Regierung kündigte Stichproben der Abgaswerte von 100 Fahrzeugen an und erwägt, Fördergelder für umweltfreundliche Autos von VW zurückzufordern.

In Italien leitete die Kartellbehörde ein Ermittlungsverfahren wegen unlauteren Geschäftsgebarens ein, wie die Behörde am Freitag mitteilte. Sie will prüfen, ob Konsumenten durch Angaben zu Emissionen von VW-Autos in Werbekampagnen und Broschüren in die Irre geführt wurden. (sda)

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