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VORWÜRFE: "Wir haben null Hinweise auf ein fehlerhaftes Verhalten": Helvetia sieht sich von der Affäre Vincenz nicht betroffen

Wegen seines mutmasslichen Doppelspiels als Raiffeisen-Chef läuft gegen Pierin Vincenz ein Strafverfahren. Anders sieht es aus bei den Helvetia-Versicherungen, deren Verwaltungsrat Vincenz präsidierte. Dort sei alles sauber gelaufen, sagt Helvetia-Chef Philipp Gmür.
Thomas Griesser Kym
Der CEO der Helvetia Versicherungen Philipp Gmür äusserte sich an der Bilanzmedienkonferenz auch zur Affäre Pierin Vincenz. (Bild: KEYSTONE)

Der CEO der Helvetia Versicherungen Philipp Gmür äusserte sich an der Bilanzmedienkonferenz auch zur Affäre Pierin Vincenz. (Bild: KEYSTONE)

"Wir haben null Hinweise auf ein fehlerhaftes Verhalten" von Pierin Vincenz. Und: "Er hat sich stets korrekt verhalten." Das sagte im Rahmen der Bilanzmedienkonferenz der Helvetia-Versicherungen deren Konzernchef Philipp Gmür. Der frühere Raiffeisen-Chef Vincenz, der in Untersuchungshaft sitzt, war von Oktober 2015 bis Mitte Dezember 2017 Verwaltungsratspräsident der Helvetia. Gegen ihn läuft ein Strafverfahren der Staatsanwaltschaft Zürich wegen Verdachts auf ungetreue Geschäftsbesorgung im Zusammenhang mit Käufen und Verkäufen von Beteiligungen im Umfeld Raiffeisens und der Kreditkartenfirma Aduno.

Der CEO der Helvetia Versicherungen Philipp Gmür äusserte sich an der Bilanzmedienkonferenz auch zur Affäre Pierin Vincenz. (Bild: KEYSTONE)

Der CEO der Helvetia Versicherungen Philipp Gmür äusserte sich an der Bilanzmedienkonferenz auch zur Affäre Pierin Vincenz. (Bild: KEYSTONE)

Gmür sagt, die einzige Akquisition der Helvetia während Vincenz’ Amtszeit als Verwaltungsratspräsident sei jene des Hypothekenvermittlers Moneypark gewesen. An diesem erwarb die Helvetia Ende 2016 einen Anteil von 70 Prozent. Laut Gmür ist der Moneypark-Kauf "absolut wasserdicht". Der Anstoss dazu sei auch nicht vom Verwaltungsrat gekommen, sondern vom Management der Helvetia. Gmür sagt zudem, die Helvetia habe genaue Kenntnis der verkaufenden Moneypark-Aktionäre. Darüber habe man sich im Rahmen der Due Diligence (vertiefte Buchprüfung) informieren können. "Pierin Vincenz war nicht als Aktionär an Moneypark beteiligt", sagt Gmür, der es auch "ausschliesst", dass Vincenz über Strohmänner an Moneypark verdeckt beteiligt gewesen sein könnte. "Auch dafür gibt es keine Hinweise", sagt Gmür.

Helvetia sei nicht von den Untersuchungen betroffen

Verdeckte Treuhandgeschäfte spielen mutmasslich eine Rolle in den Vorwürfen gegen Vincenz im Strafverfahren der Staatsanwaltschaft. Demnach soll sich der damalige Raiffeisen-Chef mit der Hilfe von Strohmännern verdeckt an Firmen beteiligt haben, womit er als wirtschaftlich Berechtigter nicht in den Verträgen auftauchte. Konkret geht es um die Investmentgesellschaft Investnet und die Softwarefirma Commtrain. Später hat Raiffeisen 60 Prozent an Investnet übernommen, und Aduno hat Commtrain erworben. Im Rahmen dieser Transaktionen soll sich Vincenz laut den Vorwürfen persönlich bereichert haben.

Der Rücktritt von Vincenz als Verwaltungsratspräsident der Helvetia Mitte Dezember 2017 erfolgte, weil sich kein rasches Ende des Zwangsverfahrens der Finanzmarktaufsicht (Finma) gegen ihn abzeichnete. Diese untersuchte die heiklen Transaktionen im Raiffeisen- und Aduno-Umfeld sowie die Rolle Vincenz’ dahingehend, ob dieser noch Gewähr bot für einwandfreie Geschäftsführung. Mit seinem Rücktritt bei Helvetia und dem Versprechen, nie mehr an Schlüsselpositionen in der Finanzbranche tätig zu werden, erreichte Vincenz, dass die Finma das Verfahren gegen ihn einstellte.

Helvetia-Chef Gmür sagt, der Versicherungskonzern sei von keinerlei Untersuchungen betroffen. Auch habe es keine Anfragen der Aufsichtsbehörde im Zusammenhang mit der Person Pierin Vincenz gegeben.

Pierin Vincenz, ehemaliger Raiffeisen-Chef, sitzt derzeit in Untersuchungshaft. (Bild: HANSPETER SCHIESS)

Pierin Vincenz, ehemaliger Raiffeisen-Chef, sitzt derzeit in Untersuchungshaft. (Bild: HANSPETER SCHIESS)

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