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Von Thurella bleibt nur die Holding

Eine Ära geht zu Ende. Die Thurella steigt zum Jahresende aus dem Mostgeschäft aus. Die Firma Möhl übernimmt die Mosterei in Egnach. Gearbeitet wird dort nur noch so lange, bis Möhl in Stachen die neue Anlage fertiggestellt hat. Die Zukunft der Liegenschaft ist offen.
Stefan Borkert
Die Obstverwertungsgenossenschaft Egnach – so hiess die Thurella damals – und das Gasthaus Sternen 1902. (Bild: pd)

Die Obstverwertungsgenossenschaft Egnach – so hiess die Thurella damals – und das Gasthaus Sternen 1902. (Bild: pd)

EGNACH. Noch einmal hat die Thurella-Mosterei in Egnach gezeigt, was sie kann. 4000 Flaschen mit Bio-Apfel-Direktsaft aus Ostschweizer Bio-Mostobst sind diesen Herbst hergestellt worden. «Thurella Ustrinkete 2013» steht auf dem Etikett. Bis zur Stilllegung des Mostereibetriebs in Egnach wird wohl noch ein Jahr ins Land ziehen. Bis in das Jahr 1900 gehen die Ursprünge der Thurella zurück. Damals wurde die Obstverwertungsgenossenschaft Egnach gegründet.

Ab 1. Januar Möhl

«Aber ab 1. Januar heissen wir Möhl», sagt Dario Hüther, Produktionsleiter in Egnach. Er hatte bei der Thurella in Bischofszell als Aushilfe angefangen und war schliesslich 2010, ein Jahr vor der Stilllegung in Bischofszell, dort stellvertretender Kellermeister. «Ich habe also mit Stilllegungen schon Erfahrung», sagt der vielbeschäftigte Mann, dessen Telefon pausenlos klingelt. Jetzt ist die Firma dran, die Egnach ins Computer- und Telefonnetzwerk von Möhl einbindet.

Er ist froh, dass mit Möhl ein Partner aus der Region gefunden werden konnte. Und wichtiger noch: «Es wird niemand deswegen arbeitslos.» Entweder ist der neue Arbeitsplatz bei Möhl in Stachen oder Biotta in Tägerwilen. Der Übergang von Thurella zu Möhl solle nahtlos vonstatten gehen. Vor allem sei es wichtig, dass die Bedürfnisse der Kunden weiter erfüllt werden könnten, sagt er. Was nach der Stilllegung in Egnach mit den Liegenschaften weiter passiert, ist noch offen. Auch Pia Bänziger, die seit mehr als 20 Jahren bei der Thurella in verschiedenen Funktionen gearbeitet hat, sagt, dass die jetzt getroffene Vereinbarung die beste Lösung sei. Pia Bänziger arbeitet im Labor und analysiert dort die Säfte. Sie erinnert sich noch gut an die Zeiten, als bei der Thurella ein neuer Wind wehte. Es wurde investiert, Werbekampagnen wurden gefahren. Firmen hinzugekauft und neue Produkte auf den Markt geworfen. In der Belegschaft habe man sich immer gefragt, ob das alles gutgehe, ob man sich das leisten könne, ob man eine so grosse Verwaltung brauche. «Aber der Lohn kam immer pünktlich.» Und die Geschäftsleitung sei mit den Mitarbeitern immer gut umgegangen. «Und sie hatten doch auch gute Ideen», sagt Pia Bänziger. Heute ist von der Thurella AG nur noch die Holding übrig. Sie vereint unter ihrem Dach die Gemüse- und Fruchtsaftherstellerin Biotta AG und die deutsche Gesa GmbH. Letztes Jahr hat Biotta den Smoothie-Hersteller Traktor gekauft und in die Biotta integriert. Der Untergang der Thurella, die zu ihren besten Zeiten 2006 300 Mitarbeiter hatte, den Börsengang wagte und einen Umsatz von mehr als 200 Millionen Franken erwirtschaftete, nahte, als ein fast 70 Millionen Franken schweres Investitionspaket aufgelegt wurde, gleichzeitig aber der Gewinn massiv einbrach.

Abschied vom Mostereigeschäft

Nach der Finanzsanierung kam 2010 Clemens Rüttimann mit dem Auftrag, dem Unternehmen wieder eine Marktperspektive zu geben. Er setzte auf die profitable Tochter Biotta, die Thurella 2004 gekauft hatte. Die Standorte Eglisau und Bischofszell wurden geschlossen. Die Liegenschaften verkauft. Um die 100 Mitarbeiter wurden entlassen. Mittlerweile wächst Biotta. Aber Thurella ist aus dem Mostereigeschäft ganz ausgestiegen.

Die Thurella AG mit dem Restaurant Sternen (rechts) heute. (Bild: Reto Martin)

Die Thurella AG mit dem Restaurant Sternen (rechts) heute. (Bild: Reto Martin)

Das Schild ist bereits abgeschraubt. (Bild: Nana do Carmo)

Das Schild ist bereits abgeschraubt. (Bild: Nana do Carmo)

Pia Bänziger arbeitet seit mehr als zwei Jahrzehnten bei Thurella. (Bild: Reto Martin)

Pia Bänziger arbeitet seit mehr als zwei Jahrzehnten bei Thurella. (Bild: Reto Martin)

Mostobst-Transport mit Kuh-Gespann um 1900. (Bild: pd)

Mostobst-Transport mit Kuh-Gespann um 1900. (Bild: pd)

Blick in die Abfüllerei in den 50er-Jahren. (Bild: pd)

Blick in die Abfüllerei in den 50er-Jahren. (Bild: pd)

Produktionsleiter Dario Hüther (Bild: Nana do Carmo)

Produktionsleiter Dario Hüther (Bild: Nana do Carmo)

Mostobst wird gewaschen. (Bild: Nana do Carmo)

Mostobst wird gewaschen. (Bild: Nana do Carmo)

Rittergold, eine bekannte Marke. (Bild: Michel Canonica)

Rittergold, eine bekannte Marke. (Bild: Michel Canonica)

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