Vom Rücktritt überrascht

WINTERTHUR. Einen Tag nach dem Rücktritt von Sulzer-Chef Klaus Stahlmann zeigt sich die Finanzgemeinde über den Schritt des 54jährigen Deutschen überrascht. Zum Konzernchef ad interim ernannte der Verwaltungsrat Finanzchef Thomas Dittrich.

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WINTERTHUR. Einen Tag nach dem Rücktritt von Sulzer-Chef Klaus Stahlmann zeigt sich die Finanzgemeinde über den Schritt des 54jährigen Deutschen überrascht. Zum Konzernchef ad interim ernannte der Verwaltungsrat Finanzchef Thomas Dittrich.

«Wir bedauern den Entscheid Stahlmanns», schrieb die Bank Vontobel in einem Communiqué. Der Rücktritt sei aus heiterem Himmel erfolgt. Die von Stahlmann angeschobene Restrukturierung des Industriekonzerns dürfte sich länger hinziehen als ursprünglich gedacht, hiess es bei der UBS. Der Experte sah die Management-Kapazitäten bei Sulzer durch den Rücktritt belastet. Er gehe davon aus, dass sich die Interessen von Stahlmann und des grössten Aktionärs Renova des russischen Milliardärs Viktor Vekselberg seit einiger Zeit voneinander wegbewegt hätten. Die vom Verwaltungsrat gesetzten mittelfristigen Ziele seien angesichts des Ausblicks im Öl- und Gasmarkt zu optimistisch, wenn nicht gar unrealistisch. Die Zürcher Kantonalbank (ZKB) schreibt, dass es Gerüchte über einen Abgang des Deutschen bereits verschiedentlich gegeben habe. Die Suche nach einem neuen Chef dürfte nicht einfach werden. Stahlmann hatte seinen Abschied am Montag ohne Begründung bekanntgegeben. (sda)