VOLG
Volg-Dorfläden gewannen in der Pandemie Kunden

Im vergangenen Jahr blieb man oft zu Hause – und kaufte im Dorfladen ein. Das brachte der Volg-Gruppe, die auf Klein- und Dorfläden spezialisiert ist, grosses Umsatzwachstum.

Kaspar Enz
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Die Dorfläden von Volg gewannen in der Pandemie neue Kunden.

Die Dorfläden von Volg gewannen in der Pandemie neue Kunden.

Bild: PD

Von der Pandemie profitierte im vergangenen Jahr nicht nur der Onlinehandel. Auch der stationäre Detailhandel profitierte, zumindest Läden, die Produkte der Grundversorgung anbieten. So steigerten beispielsweise die Supermärkte der Migros Ostschweiz ihren Umsatz um knapp 10 Prozent. Noch besser sind die Zahlen, die die Volg-Gruppe gestern präsentierte.

«Die Schweizerinnen und Schweizer arbeiteten vermehrt im Homeoffice, kochten zu Hause und machten Ferien in der Schweiz», sagt Volg-Sprecherin Tamara Scheibli. «Der nahe Laden im Dorf gewann damit noch mehr an Bedeutung.»

Dorfläden steigern Umsatz um über 200 Millionen Franken

Die Dorfläden und Tankstellenshops von Volg steigerten ihren Umsatz um 16,1 Prozent auf 1,77 Milliarden Franken, heisst es in einer Mitteilung des Unternehmens. Die 586 Volg-Dorfläden allein steigerten den Detailhandelsumsatz um 16,6 Prozent auf 1,36 Milliarden, obwohl ein Laden weniger zur Gruppe zählte als im Vorjahr.

Zugenommen hat dafür die Zahl der Agrola-TopShops, und zwar um sieben auf 107. Die Tankstellenshops setzten letztes Jahr 328 Millionen Franken um, 13,5 Prozent mehr als im Vorjahr. Ebenfalls zugelegt hat die Zahl der Freien Detaillisten, die von Volg beliefert werden. Die 231 (Vorjahr: 226) meist unter dem Namen Prima auftretenden Läden setzten 80 Millionen Franken um, 12 Millionen mehr als im Vorjahr.

Getränke liefen am besten

Auch für die Grossistin und Marketingorganisation Volg Konsumwaren AG stieg damit der Erlös. Die grösste Umsatzsteigerung erzielte die Sparte Getränke. Sie steigerte den Umsatz um über einen Drittel. Auch die Frischprodukte und andere Lebensmittel steigerten ihre Umsätze im zweistelligen Bereich. Insgesamt lieferte Volg Konsumwaren AG Waren im Wert von 1,029 Milliarden aus, wie es in der Mitteilung heisst.

Allerdings stieg durch die höheren Warenmengen auch der logistische Aufwand um 11,1 Prozent. Für Neu- und Umbauten sowie Infrastrukturen investierte Volg über 30 Millionen Franken. Der Betriebsgewinn nach Steuern belief sich auf 13,2 Millionen Franken.

Für ihren Einsatz erhielten die Mitarbeitenden der Volg-Gruppe eine Prämie von bis zu 500 Franken. Hinzu kam eine Sonderprämie des Mutterhauses Fenaco über 500 Franken.

Mit Wasserstoff zu 25 Filialen

Volg baute 2020 auch ihr Engagement im Bereich Nachhaltigkeit aus. So sind seit Januar in allen Dorfläden nur noch Fairtrade-Bananen erhältlich. Auch setzt man bei Fleisch und Gemüse vermehrt auf IP-Suisse oder regionale Produzenten. In der Nordwestschweiz beliefert Volg 25 Verkaufsstellen mit einem Wasserstoff-Lastwagen.

Auch Volg hat einen Wasserstoff-LKW im Einsatz.

Auch Volg hat einen Wasserstoff-LKW im Einsatz.

Bild: PD

Ins neue Geschäftsjahr 2021 sei man gut gestartet, heisst es in der Mitteilung weiter. Man habe die positive Entwicklung fortsetzen können. Dies, so hofft Volg, soll auch nach Corona so bleiben. «Wir sind zuversichtlich, dass viele neu gewonnene Kunden uns auch weiterhin das Vertrauen schenken werden», sagt Volg-Sprecherin Tamara Schibli.