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Viele Tickets, wenige Anbieter

Die Wettbewerbshüter untersagen die Fusion von Ticketcorner und Starticket. Die Marktmacht der beiden Unternehmen ist hoch. Das zeigt sich bei Ticketcorner am Beispiel Hallenstadion – noch.

Wer in der Schweiz ein Ticket für ein Konzert, eine Show oder ähnliche Anlässe kaufen will, kommt an Ticketcorner oder Starticket kaum vorbei. Geschätzte 90% bis 95% beträgt der hiesige Marktanteil der beiden Unternehmen in der Vermarktung und im Fremdvertrieb von Tickets im Auftrag der Veranstalter. Allein Ticketcorner dürfte auf ungefähr 60% kommen. Schon jetzt hat die Wettbewerbskommission (Weko) «deutliche Anhaltspunkte», dass Ticketcorner über eine markt­beherrschende Stellung verfügt.

Durch die geplante Fusion mit Starticket wäre diese Stellung noch verstärkt worden. Ergo hat die Weko das Zusammengehen der beiden Unternehmen verboten. Andernfalls hätte der Wettbewerb im Urteil der Weko nicht mehr wirksam gespielt, weil das fusionierte Unternehmen den Ticketing-Markt quasi kontrolliert hätte. Das könnte, so die Befürchtung, höhere Ticketpreise für die Konsumenten bedeuten.

Ticketcorner, im Besitz des Medienhauses Ringier und der CTS-Eventim-Gruppe, und Starticket, die dem Medienhaus Tamedia gehört, zeigen sich enttäuscht vom Veto der Weko. Sie hatten ihren Fusionsplan damit begründet, dass sie sich stärken wollten im Kampf gegen aus­ländische Konkurrenten. Zudem wollten sie sich für die Digitalisierung besser rüsten und die wachsende Bedeutung des Direktvertriebs von Tickets kontern. Die Weko entgegnet, selbst Technologieunternehmen hätten dem fusionierten Ticketing-Konzern nichts anhaben können. Firmen wie Amazon oder Facebook seien noch gar nicht in diesem Geschäft tätig, noch nicht einmal in den USA, sagte Weko-Präsident Vincent Martenet gegenüber der Nachrichtenagentur SDA. Zudem pflegten Ticketcorner und Star­ticket sehr enge Beziehungen zu den Veranstaltern. Neue Wettbewerber könnten mit einer solchen Exklusivität nicht mithalten. Ticketcorner und Starticket behalten sich vor, den Weko-Entscheid beim Bundesverwaltungsgericht in St. Gallen anzufechten.

Das Nein der Weko zur Fusion ist im Sinn von Ticketino, der Nummer drei in der Schweiz. Ticketino-Chef Franz Wyss hatte im Vorfeld gewarnt, kleinere und mittlere Veranstalter hätten in Verhandlungen mit dem fusionierten Ticketing-Konzern noch schlechtere Karten bekommen. Mögliche Folgen gewesen wären laut Wyss eine zunehmende Verschlechterung des Supports, steigende Gebühren und, weil das fusionierte Unternehmen massgeblich den zwei grössten Schweizer Medienhäusern gehört hätte, höhere Eventvermarktungskosten, weil auch dort der Wettbewerb weitgehend weggefallen wäre.

Gebühren erhöhen Ticketpreise

Wyss sagt zudem, steigende Gebühren im Falle einer Fusion hätten von den Veranstaltern wohl auf die Ticketkäufer überwälzt werden müssen, also höhere Ticketpreise bedeutet. Aber auch so dürften die Gebühren auf hohem Niveau bleiben. Wyss spricht von bis zu 15%. Dagegen verlange Ticketino «nur» 3,9% bis 7,9%.

Noch hängig ist der Streit um die seit 2009 bestehende Vereinbarung zwischen dem Zürcher Hallenstadion und Ticketcorner, wonach mindestens 50% der Tickets für Veranstaltungen im Hallenstadion über Ticketcorner verkauft werden müssen. Die Angelegenheit liegt nach einem Gerichtsurteil, wonach diese Kooperation marktmissbräuchlich und wettbewerbswidrig sei, wieder bei der Weko. Gegen deren ersten gegenteiligen Entscheid Beschwerde erhoben hatte unter ­anderem – Starticket. (T. G.)

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