Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

VERWERFUNGEN: Luftfahrtbranche sortiert sich neu

Während die Fluggesellschaft Air Berlin zum Monatsende vom Himmel verschwindet und sieben Interessenten um die insolvente Alitalia buhlen, kommt es nun auch zu Kooperationen unter den Flugzeugherstellern.

Es ist ein besonderes Bündnis unter Flugzeugproduzenten: Die europäische Airbus greift dem kanadischen Hersteller Bombardier unter die Arme und übernimmt die Mehrheit an dessen C-Series-Modellfamilie von Mittelstrecken-Passagierflugzeugen. Diese sind etwa bei der Swiss im Einsatz. Airbus zahlt für den Einstieg kein Geld, soll aber künftig Einkauf, Vertrieb, Marketing und Wartung für die Baureihe übernehmen, für die Bombardier seit 18 Monaten keinen neuen Auftrag bekommen hat.

Lob kam gestern umgehend von der Lufthansa, die Grosskunde beider Konzerne ist. «Lufthansa wird von der künftigen Zusammenarbeit zweier Firmen profitieren, die ihre Innovation und Kompetenz bündeln», sagte Konzernchef Carsten Spohr.

Bessere Abläufe erhofft

Die Lufthansa hatte bereits 2009 die Bestellung von 30 C-Series-Flugzeugen für ihre Tochter Swiss unterzeichnet, die damit als erste Fluggesellschaft die C-Serie bestellte. Allerdings kam es bei Bombardier zu zahlreichen Verzögerungen. Die Einflottung begann schliesslich im Jahr 2016. Ursprünglich hätte die Swiss die C-Serie bereits 2014 in Betrieb nehmen sollen. Spohr betonte, die gemeinsame Entwicklung von Technologie sei enorm wichtig für die Luftfahrt. Die Zukunft der C-Series sei jetzt sehr viel sicherer.

Für Bombardier zeichnet sich mit dem Airbus-Deal auch eine Lösung für den Streit mit Boeing und der US-Regierung um Subventionen ab: Airbus-Chef Tom Enders sagte, der Konzern habe angeboten, die Bombardier-Maschinen, die an Fluggesellschaften aus den USA gingen, in seinem Werk im US-Bundesstaat Alabama zusammenbauen zu lassen. Damit unterlägen sie nicht den Strafzöllen von bis zu 300 Prozent, die in den USA drohten, sagte Bombardier-Chef Alain Bellemare. «Eine Montage in den USA kann das Problem lösen.» Bisher findet die Endmontage im kanadischen Mirabel bei Montreal statt. Nach offiziellem Bekunden ist der Einstieg von Airbus aber keine Reaktion auf die Beschwerde von Boeing: «Wir machen das, weil strategisch der richtige Schritt für Bombardier ist.»

Airline-Branche stark zersplittert

Die Airline-Branche ist nach Spohrs Worten so zersplittert wie kaum eine andere. Selbst die Lufthansa habe als Schwergewicht in Europa nur einen Weltmarktanteil von drei Prozent. Deshalb mischt die Kranich-Linie derzeit auch aktiv bei den Konsolidierungsbemühungen mit. So bietet Lufthansa nun auch für Teile der italienischen Konkurrentin Alitalia.

Bei der deutschen Rivalin Air Berlin hat die Lufthansa bereits zugeschlagen und einigte sich in der vergangenen Woche darauf, mehr als die Hälfte der Air-Berlin-Flotte zu übernehmen. Es geht um 81 der insgesamt gut 130 Air-Berlin-Maschinen, darunter die österreichische Tochter Niki.Die Pläne müssen zwar noch von den Kartellwächtern abgesegnet werden. Doch die Lufthansa frohlockt bereits und will ihre Billigtochter Eurowings deutlich ausbauen, um insbesondere den schnell wachsenden ausländischen Billigfliegern Paroli zu bieten. Der Air-Berlin-Deal soll den Umsatz der Tochter schon im kommenden Jahr über die Marke von fünf Milliarden Euro hieven, wie Eurowings-Chef Thorsten Dirks in Düsseldorf sagte. Dirks setzt darauf, dass die Zeiten sinkender Ticketpreise zu einem Ende kommen. Preiserhöhungen «auf breiter Front» – was Kritiker des Air-Berlin-Deals für beliebte Kurzstreckenverbindungen befürchten – seien aber nicht geplant. Dirks geht davon aus, dass die EU-Kommission bis Jahresende grünes Licht gibt. Er erwarte aber Auflagen für einzelne Strecken. (sda/rtr)

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.