Versicherungsprofi präsidiert Zurich

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Verwaltungsrat Gemäss einer gestrigen Mitteilung des Versicherungskonzerns Zurich wird der 71-jährige Verwaltungsratspräsident Tom de Swaan 2018 nicht mehr zur Wiederwahl antreten. Der Konzern kennt eine Alterslimite für Verwaltungsräte von 72 Jahren. Als Nachfolger wird den Aktionären die Wahl des früheren Swiss-Re-Chefs Michel Liès vorgeschlagen.

Damit geht bei der Zurich eine Ära zu Ende, in der die Banker das Sagen hatten. De Swaan war 2006 in den Aufsichtsrat der Zurich berufen worden, nachdem er Finanzchef bei der niederländischen Bank ABN Amro gewesen war. Das Präsidium hatte der Niederländer so überraschend erhalten, wie es Vorgänger Josef Ackermann vor knapp vier Jahren niedergelegt hatte. Dass er so lange auf dem Präsidentenstuhl sitzen bleiben würde, war nicht geplant. Um dies zu ermöglichen, musste die Zurich 2014 die Alterslimite erhöhen. Ziel der Vertragsverlängerung war es, dem Finanzkonzern in einer turbulenten Phase Kontinuität zu sichern.

Fast 40 Jahre bei der Swiss Re

Mit dem 63-jährigen Luxemburger Michel Liès erhält die Zurich zum ersten Mal seit 15 Jahren wieder einen ausgewiesenen Versicherungsprofi als Präsidenten. Er blickt auf eine fast 40-jährige Karriere bei Swiss Re zurück. Insgesamt zehn Jahre sass er dort in der Konzernleitung. In den letzten vier Jahren fungierte er als CEO. Liès war beim Rückversicherer die Schlüsselfigur für alle Kundenbeziehungen. Die Zurich ist ihm aus dieser Tätigkeit bestens bekannt. Unter Liès baute die Swiss Re von 2011 bis heute das Direktversicherungsgeschäft mit grossen Unternehmenskunden auf und aus – ein Steckenpferd auch des Zurich-Konzerns. Liès gilt als integrative Persönlichkeit, was der Zurich nach den Turbulenzen in den vergangenen Jahren zweifellos nur guttun kann.

Daniel Zulauf