Versäumnisse der Ex-UBS-Spitze

Die UBS hat 2007 zu lange unter Verschluss gehalten, dass ihr Verluste drohen. Die Schweizer Börse verhängt gegen die Bank eine Busse von 100 000 Franken.

Sabrina Dünnenberger
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Zürich. Für börsenkotierte Unternehmen gelten strikte Publizitätsvorschriften. So etwa die Ad-hoc-Publizität. Gemäss dieser muss die Öffentlichkeit rasch, vollständig und klar über Ereignisse informiert werden, die zu erheblichen Kursveränderungen führen können. Diese Pflicht hat die UBS im Jahr 2007 verletzt, lautet der Schluss der Sanktionskommission der Schweizer Börse SIX.

Zu spät und zu vage

Bereits Ende Juli, Anfang August 2007 kannten laut SIX die «massgebenden Gremien» der Bank die Auswirkungen der Subprime-Probleme auf das Investmentgeschäft. «Sie wussten, dass Ende Juli substanzielle Bewertungsverluste zu verkraften waren, die einen wesentlichen Einfluss auf das Ergebnis des Gesamtkonzerns haben könnten», schreibt die SIX. Doch anstatt den Markt sofort zu informieren, habe die UBS erst am 14. August eine Gewinnwarnung ausgesprochen – zu spät. Zudem sei die Gewinnwarnung zu vage formuliert gewesen, angesichts des Wissens über effektiv zu erwartende Verluste. In der damaligen Mitteilung war die Rede davon, dass die UBS «möglicherweise mit einem stark beeinträchtigten Handelserfolg» rechnen müsse.

Zu spät kam laut SIX auch die Warnung, dass die Bank für das Gesamtjahr 2007 einen Verlust ausweisen würde. Obwohl dies der Konzernspitze schon Anfang September klar gewesen sein musste, wartete sie erneut zu. Die Öffentlichkeit wurde erst am 1. Oktober informiert, als die Bank die Quartalszahlen bekanntgab. Die SIX lässt das Argument nicht gelten, die UBS habe erst die geprüften Zahlen abwarten müssen. Nicht erst ein sicherer, sondern schon ein voraussehbarer Verlust erfordere eine Gewinnwarnung.

Ungenügend bewertet die SIX auch die Informationen der UBS zu den Boni im Geschäftsbericht 2008. Sie habe lediglich erläutert, dass die Vergütungsniveaus ähnlicher Funktionen ausserhalb der Bank berücksichtigt würden. Solche Hinweise seien zu allgemein.

Die Hälfte der Höchstbusse

Die UBS nehme die kritisierten Punkte zur Kenntnis und werde die Busse bezahlen, sagte ein Sprecher gegenüber der Agentur SDA. Mit 100 000 Fr. hat die SIX 50% des Höchstbetrages für Bussen ausgeschöpft. Glück für die UBS, dass sie nach altem Reglement gebüsst wurde. Dieses sah eine Höchstbusse von 200 000 Fr. vor. Laut dem 2009 eingeführten neuen Reglement kann eine Busse bis zu 10 Mio. Fr. betragen.