Verpacker profitieren nicht vom Aluboom

ZÜRICH. Obwohl in der Schweiz immer mehr Bier und Süssgetränke aus Alubüchsen konsumiert werden, stagniert der Umsatz der Schweizer Industrie mit Aluverpackungen. Mit 360 Mio. Fr. bewegte sich dessen Umsatz 2014 auf dem Niveau der vorherigen drei Jahre.

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ZÜRICH. Obwohl in der Schweiz immer mehr Bier und Süssgetränke aus Alubüchsen konsumiert werden, stagniert der Umsatz der Schweizer Industrie mit Aluverpackungen. Mit 360 Mio. Fr. bewegte sich dessen Umsatz 2014 auf dem Niveau der vorherigen drei Jahre.

Auch davor hatten die Produzenten von Aluminiumverpackungen in der Schweiz kein hohes Wachstum verzeichnet, wie aus den Statistiken des Schweizerischen Verpackungsinstituts hervorgeht. Die Stagnation steht in Kontrast zu den Absatzzahlen von Aludosen: Diese zeigen dank reichlich fliessender Energydrinks und Produktlancierungen der Getränkeindustrie in der Schweiz stetig nach oben.

Wettbewerb drückt Preise

Von 2008 bis 2013 ist der Verkauf von Aludosen gemessen am Volumen gemäss Zahlen des Bundesamts für Statistik um 56% gestiegen. Zwar haben der internationale Wettbewerb und der starke Franken auch die Preise und damit die Umsatzzahlen der Industrie gedrückt, doch alleine damit ist der Unterschied nicht zu erklären. Bei der Präsentation des Jahreszahlen sprach Andreas Zopfi, Geschäftsführer des Schweizerischen Verpackungsinstituts, gestern denn auch von «stagnierenden Umsätzen trotz Getränkedosenbooms». Mit dem stagnierenden Umsatz können die Aluminiumverpackungsproduzenten sich aber noch glücklich schätzen.

Einbruch bei Weissblech

Bei Weissblechprodukten brach der Umsatz der Schweizer Hersteller geradezu ein. Von 2013 zu 2014 betrug das Minus 18%. Abnehmend ist auch die Produktion von Glasflaschen in der Schweiz: Ausschlaggebend ist dabei der Preisdruck, da sich dank tiefer Transportkosten mittlerweile selbst für schwere Glasflaschen weite Wege rechnen. Wie stark die Verpackungsbranche dagegen von den mehrschichtigen, aus verschiedenen Materialien bestehenden Verpackungen profitiert, die insbesondere in der Lebensmittelindustrie eine immer grössere Rolle spielen, ist schwierig zu eruieren. Statistiken dazu hat die Verpackungsindustrie keine. (sda)