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Vernetzt im autonomen Auto

Nach einer starken Vorjahresperiode hat Huber + Suhner ein relativ schwaches erstes Semester 2017 erwischt. Der Technologiekonzern setzt auf Zukunftstrends wie beispielsweise autonomes Fahren.
Thomas Griesser Kym
Ein Passant fotografiert einen F 015, ein autonom fahrendes Forschungsauto von Mercedes. (Bild: Bart Maat/AFP (Amsterdam, 13. März 2016))

Ein Passant fotografiert einen F 015, ein autonom fahrendes Forschungsauto von Mercedes. (Bild: Bart Maat/AFP (Amsterdam, 13. März 2016))

Thomas Griesser Kym

Einem dynamischen Wachstum des Umsatzes und Auftragseingangs zum Trotz – mit den Zahlen des Technologiekonzerns Huber + Suhner für das erste Semester 2017 (siehe Tabelle) ist Firmenchef Urs Ryffel «nicht ganz zufrieden». Grund: Betriebsergebnis und Konzerngewinn sind gesunken, die operative Marge ist von 11 Prozent des Umsatzes in der Vorjahresperiode auf 8 Prozent abgebröckelt. Damit liegt man noch haarscharf am unteren Rand der mittelfristig anvisierten Bandbreite von 8 bis 10 Prozent.

Für die gegenläufige Entwicklung nennt Ryffel mehrere Faktoren: Wachstumstreiber für Huber + Suhners Kabel, Antennen usw. für die elektrische und optische Verbindungstechnik sind gegenwärtig Asien sowie der Kommu­nikationsmarkt. Diese Märkte sind zwar gekennzeichnet durch hohe Volumen, aber auch durch starken Preisdruck und folglich relativ dünne Margen. So hat zum Beispiel das Grossprojekt zum Ausbau des Mobilfunknetzes in Indien auf die vierte Generation LTE umsatzmässig tüchtig eingeschenkt, aber nicht die Profita­bilität verbessert. Ryffel liess gar durchblicken, dass das Indien-Projekt ohne Kostensenkungen ein Verlustgeschäft gewesen wä­re. Auf das Ergebnis gedrückt ­haben ferner Investitionen in die Zukunft, also in die Erschlies­sung neuer Märkte, in Lieferketten sowie Forschung & Entwicklung. Laut Ryffel ist es zentral, «Wachstumstrends früh zu erkennen und in diese gebührend zu investieren, damit wir ein paar Jahre später, wenn der Markt abhebt, bereit sind». Huber + Suhner will denn auch weiterhin jeweils 4 bis 5 Prozent des Umsatzes in Investitionen stecken.

Für den weiteren Jahresverlauf zeigt sich Ryffel zuversichtlich. Er will den Produktmix verbessern, also mehr höhermargige Produkte verkaufen. Besonders gut laufen derzeit der Automobilmarkt – in dem sich Huber + Suhner viel verspricht von Hochvoltsystemen oder Schnellladekabeln für Elektrofahrzeuge – sowie Anwendungen in Hightech-Nischen wie Luft- und Raumfahrt, Prüf- und Messtechnik oder Wehrtechnik. Im ganzen Jahr 2017 soll der Umsatz um 5 Prozent zunehmen und die operative Marge in der unteren Hälfte des Zielbandes zu liegen kommen.

Das Fahrzeug als technischer Alleskönner

Zu den erwähnten Wachstumstrends zählt Huber + Suhner zum Beispiel die fünfte Mobilfunk­generation 5G oder autonomes Fahren. Für beide Technologien entwickelt und produziert der Konzern Kabel, Antennen, Sensoren usw. Das Gute aus Sicht Huber + Suhners: Je leistungsfähiger eine Technologie ist, desto bessere, mehr und unterschiedlichere Komponenten braucht es. Für autonomes Fahren beispielsweise benötigt ein Auto viele Sensoren für Radar, Laserscanner und Kameras. Jeder Sensor muss viel mehr leisten als heutige Sensoren, zur Gewährleistung einer hohen Auflösung und einer hohen Datenrate. Das und eine sehr stabile Datenverbindung sind Voraussetzung, damit das Fahrzeug Objekte richtig klassifizieren kann und ergo in Echtzeit die richtigen Entscheide betreffend Fahrverhalten trifft. Dazu müssen auch die Sensoren untereinander vernetzt und sichergestellt werden, dass das Fahrzeug auch dann noch richtig reagiert, falls mal ein Sensor ausfällt. Mit der aktuellen vierten Mobilfunkgeneration LTE beträgt die Latenzzeit, also die Verzögerungs- oder Reaktionszeit, zehn Millisekunden. Für autonomes Fahren dauert das zu lange. Die fünfte Generation 5G, die ab 2020 ausgerollt werden soll, wird die Latenzzeit auf unter eine Millisekunde drücken. Sind mit LTE Geschwindigkeiten von bis zu 1000 Megabit pro Sekunde (Mbit/s) erreichbar, verheisst 5G mindestens 10000 Mbit/s. Das wird viel zuverlässigere Datenverbindungen ermöglichen und die Nutzung von viel mehr Endgeräten – inklusive Sensoren. Erforderlich sind hierfür ein feinmaschigeres Glasfasernetz, mehr Funkkanäle, mehr Zellen, komplexere Antennen, mehr Rechenzentren. Und dafür, so das Kalkül Huber + Suhners, Innovationen aus der Forschung & Entwicklung des Konzerns.

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