Verlockungen des tragbaren Internets

LAS VEGAS. Das «Internet der Dinge» war das Stichwort, unter dem sich allein gestern 160 000 Menschen auf der Technikmesse CES (Consumer Electronics Show) in Las Vegas versammelt haben.

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LAS VEGAS. Das «Internet der Dinge» war das Stichwort, unter dem sich allein gestern 160 000 Menschen auf der Technikmesse CES (Consumer Electronics Show) in Las Vegas versammelt haben. 3600 Firmen und Einzelunternehmer zeigen bis übermorgen 20 000 Produkte auf einer der weltgrössten Konsummessen. Die Schaustücke reichen von den neuesten Flachbildschirmen über Smartphones bis zu selbst lenkenden Autos, Drohnen oder Gesundheits-Apps, welche die Daten des Menschen in einer Cloud speichern. Denn so gut wie alles, was in Las Vegas gezeigt wird, ist vernetzt und online ansteuerbar.

Nest mit vielen Neuheiten

Zu den gefragtesten Artikeln gehören die intelligent mit dem Internet verbundenen Uhren, die Smart Watches. In diesem Marktsegment herrscht inzwischen heftiger Konkurrenzkampf. Samsung verkauft die Smart Watch erfolgreich, Asus und Motorola bieten sie an, und Apple soll im Frühling anfangen.

Nest ist ein dominierender Aussteller bei den Neuheiten in Las Vegas. Die Firma aus dem Silicon Valley zeigt intelligente Ladestationen für Elektroautos, die dem Nutzer sogar sagen, wann der Strompreis am günstigsten ist. Das Angebot komplettieren Waschmaschinen und Trockner, die automatisch erst anlaufen, wenn der Bewohner sein Heim verlässt und nicht mehr durch Lärm behelligt wird sowie Festnetztelefone, die Anrufe von sich aus aufs Handy weiterleiten, wenn der Nutzer ausser Haus ist. Nest wurde letztes Jahr für 3,2 Mrd. $ von Google gekauft. Whirlpool stellte in Las Vegas eine Waschmaschinen-Trockner-Kombination vor, die mit Nest-Sensoren arbeitet und anspringt, wenn sonst wenig Strom verbraucht wird, weil niemand zu Hause ist.

Auto mit Drehsitzen

Auch Experimentalstudien werden gezeigt. So hat Audi einen A7 von Kalifornien ohne Fahrer die 885 km nach Las Vegas fahren lassen. Die Durchschnittsgeschwindigkeit lag, wie auf US-Highways üblich – während der allein durch Radar und Sensoren gesteuerten Fahrt bei 115 km/h. Mercedes stellte den F 015 als «Auto der Zukunft» vor. Während das Auto selber lenkt, können sich die Passagiere auf Drehsitzen einander zuwenden, um miteinander zu plaudern oder zu arbeiten. (Dye)