Verletzte bei Protesten vor EZB in Frankfurt

Mit massiven Auseinandersetzungen zwischen Demonstranten und der Polizei hat am Mittwoch der Blockupy-Protesttag gegen die Europäische Zentralbank (EZB) in Frankfurt begonnen. Es gab Dutzende Verletzte utner Polizisten und Demonstranten.

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Am Tag der Eröffnung brennen auf den Strassen Blockaden. (Bild: Keystone)

Am Tag der Eröffnung brennen auf den Strassen Blockaden. (Bild: Keystone)

Bei den heftigen Zusammenstössen rund um die Eröffnung des neuen EZB-Gebäudes in der deutschen Bankenmetropole wurden nach Angaben der Polizei mindestens 88 Beamte verletzt. Aktivisten der kapitalismuskritischen Blockupy-Bewegung berichteten von zahlreichen Verletzten auch in ihren Reihen.

Polizisten jagen Demonstranten, welche das EZB-Hauptgebäude blockieren wollen. (Bild: Keystone)
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Maskierte Demonstranten schützen sich mit einem Schirm vor den Wasserkanonen der Polizei. (Bild: Keystone)
Ein Feuerwehrmann löscht brennende Blockaden. (Bild: Keystone)
"Kaviar für alle" fordern die Protestierenden auf einem Banner. (Bild: Keystone)
Auf der Strasse liegen Steine. (Bild: Keystone)
Demonstranten vor dem EZB-Gebäude in Frankfurt. (Bild: Keystone)
"Die Krise heisst Kapitalismus" steht auf dem Plakat einer Demonstrantin. (Bild: Keystone)
Protestierende mit Fähnchen und einem Plakat hinter brennenden Barrieren. (Bild: Keystone)
Polizisten versuchen die Demonstranten zurückzudrängen. (Bild: Keystone)
Ein Mann verkauft seine Brezeln inmitten der Demonstranten. (Bild: Keystone)
Die Fenster einer Bankfiliale wurden eingeschlagen und mit Farbe verschmiert. (Bild: Keystone)
Schwarzer Rauch hängt über der Stadt. (Bild: Keystone)
Auf diesem Plakat wird Griechenland "gefressen". (Bild: Keystone)
Polizisten räumen Steine weg, welche Demonstranten geworfen haben. (Bild: Keystone)
300 Protestierende wurden verhaftet. (Bild: Keystone)
Polizisten versuchen die Protestanten in den Griff zu bekommen. (Bild: Keystone)
epa04667542 Police lead away a protester during a demonstration on the occasion of the opening of the new headquarters of the European Central Bank (ECB) in Frankfurt, Germany, 18 March 2015. German authorities arrested about 300 people in Frankfurt amid violent anti-austerity protests at the opening of a new headquarters for the European Central Bank (ECB), police said. EPA/FREDERIK VON ERICHSEN (Bild: Keystone)
Ein Demonstrant wirft einen Stein in ein verspraytes Schaufenster in Frankfurt. (Bild: Keystone)
Bei einer Tramhaltestelle liegt Glas eines zerstörten Werbeplakates auf dem Boden. Im Hintergrund stehen Polizisten. (Bild: Keystone)
Demonstranten in Clown-Kostüms protestieren gegen den Kapitalismus. (Bild: Keystone)
Polizisten führen eine verletzte Demonstrantin ab. (Bild: Keystone)
Die Europäische Zentralbank soll am 18. März mit einem Festakt eröffnet werden. Die Blockupy hatte schon seit längerem angekündigt, die Feier mit Blockaden verhindern zu wollen. (Bild: Keystone)
Ein maskierter Demonstrant mit einem Regenschirm steht Polizisten gegenüber. (Bild: Keystone)
Polizeiautos wurden in Brand gesteckt. (Bild: Keystone)
Die Polizei spritzte die Demonstranten mit einer Wasserkanone. (Bild: Keystone)
Rund um die EZB wurden Absperrgitter und Stacheldraht angebracht. (Bild: Keystone)
Ein Polizeibus fährt am Morgen früh an Barrikaden vorbei, um sich auf die erwarteten Demonstranten vorzubereiten. Im Hintergrund ist das beleuchtete Gebäude der Europäischen Zentralbank zu sehen. (Bild: Keystone)
Ein Polizeiauto steht in Flammen. (Bild: Keystone)
Die Polizei setzt gegen die Steinwerfer Wasser ein. (Bild: Keystone)
Auch Autoreifen wurden in Brand gesetzt. (Bild: Keystone)
Maskierte Demonstranten in der Nähe des EZB-Gebäudes. (Bild: Keystone)
Feuerwehrleute löschen brennende Polizeiautos. (Bild: Keystone)
Eine brennende Blockade in der Nähe des EZB-Gebäudes. (Bild: Keystone)
Demonstranten wollen die Eröffnungsfeier der EZB in Frankfurt verhindern. (Bild: Keystone)
Die Polizei versucht die Demonstranten in Schach zu halten. (Bild: Keystone)
Flammen und schwarzer Rauch in der Nähe des EZB-Gebäudes in Frankfurt. (Bild: Keystone)

Polizisten jagen Demonstranten, welche das EZB-Hauptgebäude blockieren wollen. (Bild: Keystone)

Die Polizei setzte Wasserwerfer, Tränengas und Schlagstöcke ein. Demonstranten warfen Pflastersteine und Böller gegen Wasserwerfer. Mehrere Menschen wurden festgenommen. Die Polizei setzte rund 350 Aktivisten in der Innenstadt fest. Sie sollen Straftaten begangen und randaliert haben.

"Die Atmosphäre ist aggressiv", sagte Polizeisprecherin Claudia Rogalski am Morgen. Im Frankfurter Ostend, wo die Europäische Zentralbank (EZB) ihren Sitz hat, gab es kaum eine Strassenkreuzung, an der nicht Mülltonnen, Autoreifen oder Fahrzeuge brannten.

Polizei verhindert Stürmung der EZB

Demonstranten versuchten, das weiträumig abgesperrte Gelände der EZB zu stürmen, wurden aber von der Polizei gestoppt. Rauchschwaden zogen über das Mainufer, in der Luft lag der beissende Geruch von Tränengas.

Ein Sprecher des Blockupy-Bündnisses berichtete, beim Einsatz von Wasserwerfern, Tränengas und Schlagstöcken durch die Polizei seien viele Demonstranten verletzt worden. Rund um das EZB-Gelände waren Teams der Rettungssanitäter im Dauereinsatz.

Die Polizei war massiv gegen die Protestierenden vorgegangen, nachdem im Umkreis des mit Polizeiabsperrungen und Stacheldraht aufwendig abgesicherten EZB-Geländes mehrere Brände gelegt worden waren. Aus der Menge der Demonstranten wurden Steine und Böller gegen Wasserwerfer geworfen.

Mehrere Polizeiautos in Brand

Die Demonstranten seien in Gruppen unterwegs und bewegten sich rund um das weiträumig abgeriegelte EZB-Gelände, sagte Polizeisprecherin Rogalski. Sie hätten auch Feuerwehrwagen und Strassenbahnen mit Steinen attackiert. Die Feuerwehr sei am Löschen gehindert worden. Nach Angaben der Polizei brannten am Morgen mehr als ein halbes Dutzend Polizeiwagen.

Der Strassenbahnverkehr in Frankfurt und eine U-Bahnlinie wurden eingestellt. Der S-Bahnverkehr war zunächst nicht betroffen.

Um 11.00 Uhr wollte die EZB ihre neue Zentrale, in der seit mehreren Monaten gearbeitet wird, mit einem kleinen Festakt offiziell eröffnen. Die Blockupy-Bewegung hatte angekündigt, die Feier mit Blockaden und Aktionen des zivilen Ungehorsams verhindern zu wollen.

Mindestens 10'000 Demonstranten erwartet

Die Polizei rechnete im Tagesverlauf mit mindestens 10'000 Demonstranten. Am Nachmittag waren mehrere Demonstrationszüge geplant.

Vor dem EZB-Gelände hatte eine Mahnwache von Kapitalismus-Gegnern am Morgen zunächst ruhig begonnen. "Wir haben mit Gewalt gerechnet, wir haben ausreichend Kräfte im Einsatz", sagte die Polizeisprecherin. "Dass es so schnell kommt - ich hätte auch gewünscht, dass es anders gekommen wäre."

Ein dänischer Aktivist sagte: "Ich bin enttäuscht darüber, wie das läuft." Ein weiterer äusserte bereits am Morgen seine Enttäuschung über die Krawalle: "Kaum hat unser friedlicher Protest begonnen, ist auch schon alles kaputt." Das kapitalismuskritische Bündnis Blockupy hatte zuvor angekündigt, friedlich vor dem EZB-Bau zu demonstrieren. (sda/dpa)