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VERHANDLUNGEN: Unia fordert mehr Lohn für Bauarbeiter

Der Baumeisterverband weigere sich, mehr Lohn für die Bauarbeiter zu zahlen, obwohl es der Branche prächtig gehe, monieren die Gewerkschaften. Die Bauarbeiter seien stinksauer.

Trotz boomender Baubranche verharren die Löhne der Bauarbeiter seit 2014 an Ort und Stelle. Das müsse sich dringend ändern, forderten die Gewerkschaften Unia und Syna gestern an einer Medienkonferenz in Bern.

Der Baubranche gehe es prächtig, und doch weigere sich der Baumeisterverband, mehr Lohn für Bauarbeiter zu zahlen, kritisiert Nico Lutz von der Gewerkschaft Unia. Es stehe noch nicht mal ein konkreter Vorschlag bereit. Dabei hätten die Bauarbeiter eine Lohnerhöhung verdient. «Es stehen so viele Kräne in der Schweiz wie nie zuvor», sagte Lutz. Nach einem leichten Rückgang habe sich die Bautätigkeit nun wieder deutlich belebt. Die Umsätze seien geradezu explodiert, während die Zahl der Bauarbeiter leicht rückläufig sei.

Mit weniger Personal werde heute mehr geleistet. Von dieser gestiegenen Profitabilität würden bislang ausschliesslich die Bauunternehmen profitieren. Für die Angestellten bedeute dies nur mehr Druck und Tempo bei der Arbeit. Heute sollte der Rohbau fast schon fertig sein, bevor die Bodenplatte betoniert ist. Die Bauarbeiter seien stinksauer, so Lutz. Heute wollen sie in Olten und Lausanne ihren Forderungen Ausdruck verleihen und gehen gemeinsam auf die Strasse.

150 Franken mehr Lohn gefordert

Von Seiten der Baumeister höre man oft, sie würden branchenübergreifend die besten Löhne zahlen; das stimme in Bezug auf die vertraglich vereinbarten Mindestlöhne, sagte Lutz. Doch der Vergleich sei irreführend. Denn die Differenz zwischen dem Mindestlohn und dem effektiv bezahlten Lohn ist im Bauhauptgewerbe viel kleiner als in anderen Branchen. So betrage der in der Schweiz bezahlte mittlere Lohn 6427 Franken (Stand 2014). Ein Bauarbeiter verdiene im Schnitt 5735 Franken. Gleichzeitig sähen sich die Angestellten mit höheren Lebenshaltungskosten konfrontiert, sagt Guido Schluep, Branchenleiter Bau bei der Gewerkschaft Syna.

Die Reallöhne seien in der Schweiz seit 2007 zwar um 8 Prozent gestiegen. Allerdings hinke diese Entwicklung dem Index der Mieten hinterher. Diese hätten in der gleichen Zeit nämlich um 12 Prozent zugelegt. Noch schwie­riger seien die höheren Krankenkassenprämien zu verkraften. Zudem ziehe die Teuerung in der Schweiz an. Das wirke sich besonders auf Familien mit tieferen Einkommen aus.

Angesichts dieser Entwicklungen fordern die Gewerkschaften für dieses und nächstes Jahr eine Lohnerhöhung von 150 Franken. Zudem sollen die Baumeister die Mittagszulagen von bisher 16 Franken erhöhen und einen Beitrag an die Krankenkassen leisten. (sda)

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