Vectronix mildert Stellenabbau

Der Personalabbau der Rheintaler Vectronix AG fällt kleiner aus als befürchtet. Der Chef ist zuversichtlich, dass die meisten Gekündigten neue Stellen finden.

Thomas Griesser Kym
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HEERBRUGG. Um das Unternehmen «nachhaltig zu sichern», wollte die Vectronix bis zu 40 der 214 Angestellten kündigen. Das sagte Firmenchef Efthimios Katsidis vergangenen Monat (vgl. Ausgabe vom 12. September). Nun ist das Ausmass klar: 27 Mitarbeitende erhalten noch diesen Monat die Kündigung – «damit haben wir die Zahl der Entlassungen nach unten geschraubt», sagt Katsidis.

Beschäftigte reduzieren Pensen

Wie gelingt es dem High-Tech-Unternehmen, sich von weniger Mitarbeitenden zu trennen als zunächst maximal angekündigt? Katsidis nennt zum einen das Konsultationsverfahren mit der Personalvertretung, in dessen Rahmen man sich auf ein Massnahmenpaket geeinigt habe. Dabei habe das Unternehmen unter anderem den Vorschlag aus den Reihen der Belegschaft aufgenommen, die Arbeit anders zu verteilen. Das soll es erlauben, mehr Leute weiter zu beschäftigen als erwartet. Ein Thema in den Diskussionen sind mögliche Pensenreduktionen. Zum anderen habe man nochmals die Prognosen für die Geschäftslage im kommenden Jahr durchgerechnet. «Es sieht nun etwas weniger düster aus», sagt der Vectronix-Chef.

Märkte sind weggebrochen

Das Heerbrugger Unternehmen stellt Tag- und Nachtsichtgeräte für Endkunden, High-Tech-Komponenten für die Distanzmessung sowie Kompasse für technische Geräte her. Beliefert werden Militär, Polizei, Grenzschutz, Naturschutz usw. 95% der Produkte gehen in den Export. Dem Unternehmen macht zu schaffen, dass viele westliche Staaten sparen und Budgets reduzieren. So bestellen etwa die USA als sehr wichtiger Markt weniger. Hinzu kommen die westlichen Sanktionen gegen Russland, drohende neue Exportauflagen im Geschäft mit Staaten im Nahen und Mittleren Osten sowie der Zerfall einiger asiatischer Währungen.

Potenzielles Interesse

Katsidis zeigt sich «erfreut über die konstruktive Zusammenarbeit mit der Personalvertretung». Zu den beschlossenen Massnahmen zählt auch Unterstützung bei der Stellensuche für die Gekündigten. Der Chef ist zuversichtlich: Bereits hätten umliegende Firmen die Vectronix kontaktiert und ein generelles Interesse an Leuten signalisiert. Wer eine neue Stelle innerhalb der Kündigungsfrist antreten kann, darf vor deren Ablauf die Vectronix verlassen. Katsidis: «Ich bis zuversichtlich, dass die meisten Betroffenen eine neue Arbeit finden.» Umgekehrt sei es auch möglich, bis zu zwei Monate über die Kündigungsfrist hinaus für Vectronix zu arbeiten.