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VAT Group will hoch hinaus

Nach ihrem bevorstehenden Börsengang setzt sich das Haager High-Tech-Unternehmen neue Wachstumsziele. Die VAT Group möchte um die Hälfte schneller zulegen als der Markt.
Thomas Griesser Kym
Solarpark im waadtländischen Payerne. Auch in der Solarindustrie finden Vakuumventile der VAT Group Verwendung. (Bild: ky/Jean-Christophe Bott)

Solarpark im waadtländischen Payerne. Auch in der Solarindustrie finden Vakuumventile der VAT Group Verwendung. (Bild: ky/Jean-Christophe Bott)

ZÜRICH. Vor gut drei Wochen erst hat die VAT Group mit Hauptsitz in Haag ihre Börsenpläne publik gemacht, und nun geht es rasch. Schon am kommenden 14. April soll der erste Handelstag an der Schweizer Börse SIX sein. Gestern hat die Firma das Preisbildungsverfahren gestartet. Demnach wollen die bisherigen Aktionäre 12 Mio. oder 40% der Aktien zum Kauf anbieten. Inklusive einer Mehrzuteilungsoption von 1,8 Mio. Aktien können maximal 46% im Publikum plaziert werden. Die Preisspanne ist auf 39 bis 46 Fr. pro Aktie festgesetzt worden, was einer Marktkapitalisierung der VAT von 1,17 Mrd. bis 1,38 Mrd. Fr. entspricht.

Stabil und flexibel

Analysten rechnen mit reger Nachfrage nach den Papieren, weil es derzeit wenig Börsengänge gibt, viele Anleger wegen der tiefen Zinsen Aktien als interessante Alternative zu Obligationen oder Sparkonten betrachten und die VAT sehr profitabel ist und ein zukunftsträchtiges Geschäftsmodell hat. Für 2016 plant die VAT eine Dividende von mindestens 65 Mio. Fr., was je nach Ausgabepreis der Aktie eine Rendite von 4,7% bis 5,2% ergäbe.

Mit 41% Weltmarktanteil ist das Unternehmen Nummer eins bei hochwertigen Vakuumventilen, wie VAT-Chef Heinz Kundert gestern vor den Medien in Zürich sagte. Finanzchef Andreas Leutenegger verwies auf die «stabile Ertragskraft» des Unternehmens, aber auch auf seine Flexibilität. In den letzten elf Jahren wuchs der Umsatz jährlich im Schnitt um 4,5% (in Lokalwährungen um 7,2%). 2009, in der globalen Finanz- und Wirtschaftskrise, brach der Umsatz um 50% auf 200 Mio. Fr. ein, doch die operative Marge betrug noch immer 23% (2015: 30,6%) auf Stufe Ebitda, und die Belegschaft wurde gehalten, um nicht des Know-hows verlustig zu gehen. «Wir haben bis zu 20 Prozent Temporärkräfte und arbeiten je nach Auftragslage in zwei oder drei Schichten», sagt Kundert. «Wir können unsere Kapazität binnen sechs Wochen um bis zu 30 Prozent anpassen.» 2010 wurde der Umsatz annähernd wieder verdoppelt.

Laut einer Studie dürfte der für die VAT relevante Markt bis 2020 im Schnitt um jährlich 6,6% wachsen. Dieses Wachstum wolle man um 50% übertreffen und weitere Marktanteile gewinnen (begleitet von steigender Rentabilität). Damit setzt sich die VAT eine Vorgabe von jährlich 10% Umsatzzunahme. Mit 74 Mio. Fr. in den ersten zwei Monaten 2016 liegt man diesbezüglich auf Kurs, und die Auftragsbücher haben sich seit Ende Jahr weiter gefüllt.

Mit Google in die Stratosphäre

Das Wachstum der VAT stammt jeweils zu zwei Dritteln aus neuen Produkten, auf denen man weniger Preisdruck spüre als auf bestehenden Artikeln. Das Wachstum des Markts rührt laut Kundert daher, dass immer mehr Produkte immer mehr Elektronik enthalten. Dabei tun sich auch Spielfelder auf wie das «Project Loon» mit Google. Der US-Konzern will zwecks globaler Internetversorgung 100 000 Ballons in die Stratosphäre steigen lassen. Die VAT entwickelt ein Ventil zur Steuerung der Flughöhe dieser Ballons.

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