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Valiant fühlt sich bereit für Zürich

Die Regionalbank will ihren Expansionskurs beschleunigen. Dafür schafft sie 170 neue Stellen.
Daniel Zulauf
Der Eingang der Valiant Bank bei der Filiale auf dem Bundesplatz. (Bild: Peter Klaunzer/Keystone, Bern, 23. September 2016)

Der Eingang der Valiant Bank bei der Filiale auf dem Bundesplatz. (Bild: Peter Klaunzer/Keystone, Bern, 23. September 2016)

Wer es in Zürich schafft, kann es überall schaffen. Frank Sinatras Hymne auf die amerikanische Metropole New York folgend, wagt auch die ländlich geprägte Valiant Bank den Sprung in die Metropole. Die Regionalbankengruppe mit bernischen Wurzeln und Holdingsitz in Luzern plant in nächster Zeit die Eröffnung von sieben Filialen im Wirtschaftsraum Zürich.

Die Initiative ist Teil einer neuen Expansionsstrategie, unter der das Unternehmen die Präsenz vom Genfer- bis zum Bodensee ausbauen und die eigene Ertragskraft steigern will. Verwaltungsratspräsident Jürg Bucher und dessen CEO Ewald Burgener legten die Eckpfeiler des auf fünf Jahre ausgelegten Wachstumsplanes auf einer Analysten- und Medienkonferenz am Dienstag in der Limmatstadt dar. Sie hinterliessen einen auffallend selbstsicheren Eindruck.

Expansion kostet viel Geld

Mit Investitionen in der Höhe von 50 Millionen Franken will Valiant die Expansion zum Erfolg bringen. Der Löwenanteil der Investitionen ist für den geplanten Ausbau des Niederlassungsnetzes von aktuell 92 Geschäftsstellen vorgesehen. Nebst den sieben neuen Einheiten in der Region Zürich kommen weitere Ableger in der Nordwestschweiz, in der Romandie sowie in der Ostschweiz hinzu. 170 zusätzliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter werden dafür benötigt. Das entspricht einem Personalaufbau im Umfang von fast 20 Prozent.

Zwar will Valiant im Unterschied etwa zur Raiffeisen-Gruppe keine Filialen an teuren Lagen im Zürcher Stadtzentrum eröffnen. Doch auch in der näheren Umgebung der Schweizer Finanzmetropole liegt die Bankendichte weit über dem Landesdurchschnitt. Doch eine Bank mit Ambitionen, wie sie Valiant verfolgt, könne Zürich nicht links liegen lassen, meinte Jürg Bucher, der nächstes Jahr das Präsidium der Bank abgibt.

Dabei räumte er gleichzeitig ein, dass die Rekrutierung des benötigten Personals schwierig werden könnte. Man plane nicht nur gestandene Banker einzustellen, sondern auch Leute aus anderen Dienstleistungssektoren, die man intern in den technischen Belangen des Bankgeschäftes zu schulen gedenke. Valiant muss sich mit dem Vorhaben auch finanziell gehörig strecken. Allein die angekündigten Investitionen erreichen gut 40 Prozent des letztjährigen Jahresgewinns oder gar 70 Prozent der im Frühjahr an die Aktionäre ausgerichteten Dividende. Dazu kommen die höheren Kosten für das laufende Geschäft, wie sie sich durch zusätzliche Saläraufwendungen und Gemeinkosten ergeben.

Doch Bucher und Burgener gehen davon aus, dass die steigenden Einnahmen die zusätzlichen Aufwendungen binnen zwei bis drei Jahren überwiegen werden. Zum Beweis der eigenen Zuversicht kündigte Bucher der Generalversammlung vom kommenden Frühjahr bereits eine Erhöhung der Dividende um 60 Rappen auf 5 Franken pro Aktie an.

Zu gross und gleichzeitig zu klein

Bei der geplanten Expansion gehe es letztlich darum, die eigene Zukunft «aktiv» zu gestalten, erklärte Bucher die Idee des Vorhabens. Valiant sei zu gross geworden, um sich in einer Nische verkriechen zu können. Aber die Bank sei auch noch zu klein, um Grössenvorteile ausspielen zu können.

Die Feststellung von Bucher ist bemerkenswert. Schliesslich ist Valiant die mit Abstand grösste Regionalbank des Landes. Im Jahr 1997 aus dem Zusammenschluss der Spar + Leihkasse in Bern, der Gewerbekasse in Bern und der BB Bank Belp entstanden, steht sie für die erfolgreiche Selbsthilfe einer Bankengruppe, die im Zuge der letzten grossen Immobilienkrise in der Schweiz vor bald 30 Jahren leicht auch ganz von der Bildfläche hätte verschwinden können.

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