USA schulden Nüssli noch Millionen Dollar

Nüssli, die Thurgauer Spezialistin für temporäre Bauten, hat einen prominenten Schuldner. Für die USA hat die Firma den amerikanischen Pavillon in Mailand gebaut. Die Rechnung ist noch offen.

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Die Bauarbeiten von Nüssli am amerikanischen Pavillon waren zum Teil sehr anspruchsvoll. (Bild: PD)

Die Bauarbeiten von Nüssli am amerikanischen Pavillon waren zum Teil sehr anspruchsvoll. (Bild: PD)

An der Expo 2015 in Mailand hat Nüssli mehrere Pavillons errichtet. Zu den neun Projekten an denen Nüssli beteiligt war, gehörte neben dem Schweizer Beitrag auch der amerikanische Pavillon. Nun haben sich die Auftraggeber aus den USA aber als recht unzuverlässig erwiesen. Das US-Magazin «Politico» berichtet, dass die USA dem Thurgauer Unternehmen noch 13,6 Mio. $ schulden.

Martin Messner, Chef der Nüssli Group, hält sich derzeit in den USA zu Verhandlungen auf. Er möchte zu den konkreten Zahlen keine Angaben machen. Aber er ist zuversichtlich, dass man eine Einigung erzielen werde. Sacha Wigdorovits von der Contract Media AG in Zürich sagt, Nüssli sei in einem konstruktiven Dialog und wolle erst kommunizieren, wenn die Tinte unter dem Vertrag trocken sei. Besonders hebt Messner allerdings die Schweizer Behörden hervor, die Nüssli engagiert unterstützen. Der «Tages-Anzeiger» hat die Geschichte aufgenommen. Demnach ist die Rechnung von Nüssli nicht die einzige, die die USA im Zusammenhang mit der Expo noch nicht beglichen haben. Laut «Politico» beläuft sich der offene Betrag für die Expo in Mailand auf insgesamt 26 Mio. $ bei 40 Gläubigern. Nüssli ist der grösste davon. Der US-Pavillon war eine der spektakulärsten Bauten an der Expo. Senkrecht an den Wänden waren Gärten mit Pflanzen aller Bundesstaaten angebracht. Sechs Millionen Besucher wollten diesen Pavillon sehen.

Lösung noch vor dem Regierungswechsel

Der «Tages-Anzeiger» schreibt unterdessen, dass das Seco den Fall Nüssli bereits in bilateralen Treffen mit den USA aufs Tapet gebracht habe. Dabei sei auch besprochen worden, ob eine offizielle diplomatische Intervention des Bundesrats helfen könnte. Allerdings hält sich das Seco bedeckt und beantwortet zum Fall Nüssli keine detaillierten Fragen. Seco-Sprecher Fabian Maienfisch bestätigt laut dem Bericht, dass das Seco im Fall Nüssli mit den zuständigen US-Behörden in Kontakt sei. Weiter heisst es, dass laut der US-Botschaft in Bern das Aussenministerium das Problem noch vor dem Regierungswechsel lösen wolle.

Stefan Borkert