USA frieren russische Gelder ein

Die Kontensperre trifft auch Viktor Vekselberg und Suleiman Kerimow. Zwei in der Schweiz gut vernetzte Oligarchen.

Balz Bruppacher
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Das US-Finanzministerium gab gestern bekannt, dass die Russland-Sanktionen auf sieben Oligarchen und zwölf von ihnen ­kontrollierte Firmen sowie auf 17 hochrangige Regierungsbeamte ausgeweitet wurden.

Der Schritt bedeutet, dass alle Vermögenswerte der Betroffenen unter US-Jurisdiktion eingefroren werden. US-Personen ist es untersagt, mit den Personen und Firmen auf der Sanktionenliste zu geschäften. Personen ausserhalb der USA müssen Sanktionen gewärtigen, falls sie bedeutende Transaktionen der gelisteten Personen und Firmen bewusst erleichtern. Aus Schweizer Sicht stechen die Namen der Milliardäre Viktor Vekselberg und Suleiman Kerimow hervor. Vekselberg ist über seine Renova Holding, die ebenfalls von den Sanktionen betroffen ist, Mehrheitsaktionär der hiesigen Konzerne Sulzer, Oerlikon und Schmolz+Bickenbach. Zudem ist er Grossaktionär der Immobilienfirma Züblin.

Was die US-Sanktionen für die Schweizer Aktivitäten Vekselbergs bedeuten, blieb gestern vorerst unklar. Die in Zürich ansässige Renova Management AG war nicht erreichbar. Bei Sulzer und Oerlikon hiess es auf Anfrage, man sei dar­an abzuklären, was die Sanktionen bedeuten. Beide Konzerne sind mit Tochterfirmen auch in den USA tätig. Im Falle Kerimows erinnerte das US-Finanzministerium daran, dass der Parlamentsabgeordnete im November während zweier Tage in Südfrankreich festgehalten wurde. Ihm werde vorgeworfen, Hunderte von Millionen Euro nach Frankreich gebracht zu haben, unter anderem bis zu 20 Millionen in Koffern. Kerimow habe das Geld angeblich durch den Kauf von Villen gewaschen. Kerimow ist hierzulande vor allem wegen seinen Geschäftsbeziehungen zum Luzerner Investor Alexander Studhalter bekannt geworden. Studhalter war am 12. Januar in Nizza festgenommen worden und war sieben Wochen in Untersuchungshaft. Die französische Justiz wirft ihm vor, beim Villenkauf als Strohmann für Kerimow gehandelt zu haben. Studhalter weist dies kategorisch zurück und wehrt sich auch gegen den Vorwurf der Beihilfe zur Steuerhinterziehung. «Die heute bekannt gegebenen Sanktionen haben keinerlei Zusammenhang zum Verfahren in Frankreich. Ich kenne den genauen Inhalt der Sanktionen nicht und kann nicht für Herrn Kerimov sprechen», sagt Studhalter auf Anfrage.

Balz Bruppacher