US-Wirtschaft will Höhenflug fortsetzen

NEW YORK. Die US-Wirtschaft blickt optimistisch auf das neue Jahr. Ihre Herausforderung liegt darin, sich nicht von internationalen Krisen anstecken zu lassen. «Wir erwarten eine sehr robuste US-Wirtschaft», sagt Ökonom Adolfo Laurenti von Mesirow Financial.

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NEW YORK. Die US-Wirtschaft blickt optimistisch auf das neue Jahr. Ihre Herausforderung liegt darin, sich nicht von internationalen Krisen anstecken zu lassen. «Wir erwarten eine sehr robuste US-Wirtschaft», sagt Ökonom Adolfo Laurenti von Mesirow Financial. «Aber damit hören die guten Nachrichten auch schon auf. Ansonsten sieht es in der Welt eher ungemütlich aus.»

Bei einer Arbeitslosenquote von 5,9% haben die USA die meisten Jobs, die seit Beginn der Finanzkrise 2008 verlorengegangen sind, wieder geschaffen. Alleine vergangenes Jahr sind bis November 2,7 Mio. neue Stellen entstanden – der stärkste Zuwachs seit 1999. Der Dow-Jones-Index schloss 2014 das sechste Jahr in Folge mit steigenden Kursen ab. Von den um die Hälfte gesunkenen Ölpreisen profitieren zudem die Autofahrer, die laut jüngster Schätzung dieses Jahr bis zu 75 Mrd. $ an Benzinkosten sparen könnten, was den Privatkonsum stützen dürfte.

Weltwirtschaft und Notenbank

Der Aufschwung ist im ganzen Land spürbar. Von finanziellen Nöten geplagte Städte wie Detroit und Cleveland erholen sich. Regionen wie North Dakota haben finanziell vom Fracking profitiert, in Boston und New York prägen Kräne und Baugerüste das Stadtbild. Das Bruttoinlandprodukt stieg im 3. Quartal um 5%. Die Entwicklung soll 2015 anhalten – trotz Risiken.

Der sinkende Ölpreis hat in Russland und anderen Ländern zu Problemen geführt. Würde das die Weltwirtschaft destabilisieren, hätte das auch Folgen für die USA. Auch eine neue Eurokrise, ausgelöst durch Italien oder Griechenland, könnte die US-Märkte erfassen. Zudem hat sich das Wachstum in China verlangsamt. Von all diesen Problemen wollen die USA momentan aber nichts wissen. Als Nettoimporteur profitiert das Land, wenn der Dollar im Vergleich mit anderen Währungen steigt. Aufgrund ihrer politischen Stabilität werden die USA auch für ausländische Investoren immer interessanter. Gleichzeitig aber starren die USA auf ihre Notenbank. Es wird erwartet, dass diese im Sommer die Zinsen wieder erhöht. Kritiker befürchten davon negativen Einfluss auf Investitionen und Schuldner. (Dye)