US-Dokumente belasten Bosch

Abgas-Skandal Im Zuge der Abgas-Affäre wird die Lage für den Zulieferer Bosch immer ungemütlicher. Dokumente belegen laut US-Klägern, dass die Stuttgarter Firma von den Schummeleien an den Dieselmotoren wusste. VW-Kunden in den USA haben im Zuge der Abgas-Affäre auch gegen Bosch geklagt.

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Abgas-Skandal Im Zuge der Abgas-Affäre wird die Lage für den Zulieferer Bosch immer ungemütlicher. Dokumente belegen laut US-Klägern, dass die Stuttgarter Firma von den Schummeleien an den Dieselmotoren wusste. VW-Kunden in den USA haben im Zuge der Abgas-Affäre auch gegen Bosch geklagt. Nun hat die «Süddeutsche Zeitung» Teile einer bislang geschwärzten US-Klageschrift einlesen können. Die Kläger wollen demnach beweisen, dass der Stuttgarter Autozulieferer nicht bloss die Software an VW ausgeliefert, sondern von den Manipulationen an den Komponenten sehr wohl gewusst und diese ermöglicht hat. In einem Brief aus dem Jahre 2008 soll Bosch den VW-Konzern darum gebeten haben, ihn von jeglicher Haftung freizusprechen, da die Manipulationen gegen US-Gesetze verstossen.

Die von VW geforderte Weiterentwicklung der Motorensteuerung werde dazu führen, dass die Daten möglicherweise als Defeat device, also Betrugssoftware, eingesetzt werden. Gemäss der Klage soll Bosch über zehn Jahre eine aktive Rolle bei der Entwicklung der Schummel-Software gespielt und mit VW sogar vereinbart haben, dass nur ausgewählte Bosch-Mitarbeiter die Software verändern durften. Der Stuttgarter Zulieferer habe laut US-Klageschrift Hand in Hand mit dem Wolfsburger Autobauer zusammengearbeitet und sich damit des massenhaften Betrugs schuldig gemacht. Der Automobilexperte Ferdinand Dudenhöffer spricht von einer hochbrisanten Angelegenheit. «Bosch musste von Anfang an zumindest annehmen, dass die Möglichkeit besteht, dass die Software so eingesetzt wird, dass US-Gesetze verletzt werden.» (cr)