UPC punktet im Eishockey-Streit

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Sportübertragungen Im Streit um Eishockey-TV-Rechte hat die UPC einen Teilsieg gegen Swisscom errungen. Die Wettbewerbshüter ergreifen keine vorsorglichen Massnahmen. Die Untersuchung geht aber weiter.

UPC kann wie geplant ab September die Eishockeyspiele über den neuen Sender My Sports übertragen. Obwohl es Anhaltspunkte für ein wettbewerbswidriges Verhalten von UPC gebe, würden keine vorsorglichen Massnahmen ergriffen, teilte die Eidg. Wettbewerbskommission (Weko) gestern mit. Es drohe kein nicht wiedergutzumachender Nachteil für den Wettbewerb auf Ebene der TV-Platt­formen.

Konkurrenten von UPC dürfte es möglich sein, verlorene Kunden mit guten Angeboten und guten Dienstleistungen wieder zurückzugewinnen, heisst es in der Begründung der Weko. Dies dürfte selbst dann der Fall sein, wenn der UPC das allenfalls unzuläs­sige Verhalten erst am Ende der laufenden Untersuchung untersagt werden sollte. UPC hatte die Übertragungsrechte im vergangenen Sommer für fünf Jahre ­ersteigert. Ab dem kommenden September zeigt sie die Spiele der Schweizer Eishockeyligen auf ihrem neuen Sport-TV-Sender My Sports. Dabei hatten die Swisscom und ihre 1,5 Millionen TV-Kunden das Nachsehen.

Swisscom kämpft weiter

UPC weigert sich, der Swisscom die Übertragung von Eishockeyspielen zu ermöglichen. Sie hat die Aufschaltung des Signals nur den Schweizer Kabelnetzbetreibern unterbreitet. Deshalb hatte die Swisscom geklagt und die Prüfung vorsorglicher Massnahmen verlangt, damit sie bereits in der kommenden Saison Eishockeyspiele übertragen kann und nicht erst auf das Ende der Untersuchung warten muss. Der Entscheid der Weko kann an das Bundesverwaltungsgericht weitergezogen werden. Ob dies die Swisscom tun wird, blieb zunächst offen. Man werde zuerst die Begründung des Weko-Entscheids genau anschauen, sagte ein Sprecher auf Anfrage der Nachrichtenagentur SDA.

Die Swisscom werde weiter dafür kämpfen, dass ihre Kunden nicht auf das Schweizer-Liga-­Eishockey verzichten müssen. «Dass die Hockeyfans unter unseren Kunden als einzige Gruppe ausgesperrt werden, ist ganz klar eine Diskriminierung», sagte Produkt- und Marketingchef sowie Geschäftsleitungsmitglied Dirk Wierzbitzki. Bei UPC nahm man den Entscheid der Weko mit Freude zur Kenntnis. «Dieser Entscheid der Weko kommt für uns nicht überraschend, und wir fühlen uns in unserem bisherigen Weg bestätigt», wird UPC-Chef Eric Tveter in einer Stellungnahme zitiert.

My Sports sei ein wichtiger Schritt in Richtung effektiver Wettbewerb und werde das ­bisherige, unfaire Monopol bei den Sportrechten in der Schweiz aufbrechen. Der weiteren Unter­suchung sehe UPC «mit grosser Zuversicht» entgegen.

Frage der Marktbeherrschung

Die laufende Untersuchung hatte die Weko im Mai nach Klage der Swisscom gestartet. Dabei geht es besonders um die Frage, ob UPC bei der Übertragung von Eishockeyspielen im Bezahlfernsehen eine marktbeherrschende Stellung hat und diese Stellung möglicherweise missbraucht, indem sie der Nicht-Kabelnetzkonkurrenz die Eishockeyübertragungen ungerechtfertigterweise vorenthält. Wann die Untersuchung abgeschlossen wird, kann derzeit nicht gesagt werden. Nach der Anhörung der Parteien und Dritten entscheidet die Weko über das weitere Vorgehen.

Dass der Schweizer UPC-Sportsender My Sports klare Ambitionen hat, zeigte sich auch im vergangenen April. Damals gab UPC bekannt, dass die bekannte Sportmoderatorin und -redaktorin Steffi Buchli vom Schweizer Fernsehen als Programmleiterin und Moderatorin zum neuen Sender wechselt. Buchli, die 14 Jahre lang für das Schweizer Fernsehen gearbeitet hat, ist beim neuen Sender verantwortlich für die Programmgestaltung. (sda)