UNTERSUCHUNG: Umstrittene CS-Kredite

Die Credit Suisse gerät wegen Krediten an das südostafrikanische Land Moçambique unter Druck.

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Die amerikanische Börsenaufsicht SEC untersucht den Verkauf von Anleihen von Moçambique im Volumen von 850 Mio. $, wie das «Wall Street Journal» berichtet. Neben der Credit Suisse seien auch die französische BNP Paribas und die russische VTB von der Untersuchung betroffen. Die SEC und die CS wollten sich zu dem Bericht nicht äussern.

Die Anleihen waren 2013 plaziert worden, offiziell um die Entwicklung des Thunfischfangs in dem armen Staat zu finanzieren. Die Regierung erklärte später, dass sie mit den Mitteln auch militärische Ausrüstung gekauft habe. Im Oktober bezeichnete Moçambique seine Schulden als untragbar und musste Zahlungsunfähigkeit erklären.

Laut der Organisation Kon-trapunkt ging es beim Geschäft um Kredite von insgesamt 2,2 Mrd. $. Der Rat für Wirtschafts- und Sozialpolitik hatte Anfang Dezember in einem offenen Brief Auskunft über den umstrittenen Deal der Credit Suisse verlangt. Insbesondere wollte Kontrapunkt wissen, ob die CS eine klare Zweckbestimmung für den Kredit vereinbart und Waffenkäufe ausgeschlossen hatte. Auch zum Fischerei-Zusatzkredit verlangte die Organisation Auskunft. Den Brief hatten rund 50 Persönlichkeiten aus Wissenschaft, Entwicklungszusammenarbeit und Politik unterschrieben. Laut Kontrapunkt war die CS ursprünglich mit 1,04 Mrd. $ an zwei Krediten beteiligt. Moçambique gewährte für die Kredite verfassungswidrig eine Staatsgarantie, denn das Parlament wurde nicht befragt. Die Staatsverschuldung von Moçambique stieg wegen der Staatsgarantie um 20%, und das Land erklärte im Oktober seine Zahlungsunfähigkeit.

Wegen der Intransparenz und weil offenbar 900 Mio. $ der Endsumme abgezweigt wurden, stellten 14 westliche Länder 2016 ihre Budgethilfen ein, darunter die Schweiz. Die Eidg. Finanzmarktaufsicht untersucht ebenfalls die Rolle der CS. (sda)