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UNTERNEHMERPREIS: Zu Hause im Labor

Analyse-, Test- und Messgeräte aller Art sind das Geschäft der Flawiler Büchi Labortechnik AG. Aus der einstigen Glasbläserei ist ein globales Hightech-Unternehmen geworden, das für den Prix SVC Ostschweiz nominiert ist.
Thomas Griesser Kym
Roger Baumann, Chef der Büchi Labortechnik AG, inmitten von Gerätschaften des Unternehmens. (Bild: Urs Bucher (Flawil, 6. Februar 2018))

Roger Baumann, Chef der Büchi Labortechnik AG, inmitten von Gerätschaften des Unternehmens. (Bild: Urs Bucher (Flawil, 6. Februar 2018))

Thomas Griesser Kym

Angefangen hat alles 1939, mit einer Glasbläserei in einem ­Keller bei Heerbrugg. Seither hat sich der damalige Ein-Mann-Betrieb von Walter Büchi zu einem weltumspannenden Unternehmen entwickelt, der Büchi Labor­technik AG mit Sitz in Flawil. Gross geworden ist die Firma mit dem Rotationsverdampfer, einem Apparat, der aus Flüssigkeiten Substanzen konzentriert, beispielsweise das Extrakt von Kräutern, das anschliessend analysiert wird. «Walter Büchi hat den Rotationsverdampfer kommerzialisiert und industrialisiert», sagt Christof Bircher von der Büchi-Geschäftsleitung, die unter dem Vorsitz Roger Baumanns steht.

1957 brachte Walter Büchi seinen Rotationsverdampfer auf den Markt, heute gehört er zur Standardausrüstung jedes Labors. Bei der Büchi Labortechnik, die für den diesjährigen Prix SVC Ostschweiz nominiert ist, spielt er nach wie vor eine wichtige Rolle – Bircher spricht ein «einem Kernprodukt». Doch seit den 1970er-Jahren hat das Unternehmen seine Palette ständig erweitert und bietet Laborgeräte aller Art an, welche die ganze Wertschöpfungskette abdecken. Büchi bedient zwei Hauptsegmente: Das eine umfasst Analyse- und Testgeräte vor allem für die Forschung in Chemie und Pharma, das andere rüstet Labors mit Messgeräten für die Qualitätskontrolle von Lebens- und Futtermitteln oder für die Umweltanalytik aus.

Mittlerweile spielen in solchen Geräten neben der Mechanik auch Elektronik, Software und das Applikations-Know-how zentrale Rollen. Büchi punktet bei den Kunden sowohl mit einer Topqualität der Produkte, die im High-End-Segment angesiedelt sind, wie auch mit Beratung und Service, wie Bircher sagt. Das ist auch unabdingbar: Als Unternehmen mit Basis in der Schweiz ist man naturgemäss etwas teurer als die Konkurrenz, die ebenfalls nicht schläft und beispielsweise aus Deutschland, Italien oder den USA kommt. Als Wettbewerbsvorteil hat Büchi deshalb seit den 1980er-Jahren ein internationales Netzwerk aufgebaut, das nunmehr aus 18 Marktorganisationen besteht. Diese beschäftigen vor Ort eigene Verkäufer, Applikationsentwickler und Serviceleute. Als Ergänzung zu den eigenen Marktorganisationen arbeitet Büchi zudem mit Distributionspartnern in 60 Ländern zusammen.

«Typisch schweizerische Werte eben»

«Wir wollen die Kunden mit sehr soliden, durchdachten und in­novativen Lösungen bedienen», umreisst Bircher das Prinzip – «typisch schweizerische Werte eben». Büchi selber zählt weltweit 700 Mitarbeitende, davon 240 in Flawil. Der Hauptsitz ist mittels beachtlicher Investitionen in die Produktion topmodern ausgebaut worden, der Auto­matisierungsgrad ist hoch. Weil ­Büchi zu 98 Prozent exportorientiert ist – die USA und China sind die grössten Absatzmärkte –, hilft die Abschwächung des Frankens. Und einige Glaskomponenten ­sowie andere Teile, die arbeitsintensiv sind, lässt man seit ein paar Jahren im eigenen Werk in Indien herstellen. An Flawil und der Schweiz als Standort wolle man aber ebenso festhalten wie an der Unabhängigkeit des Familienunternehmens.

Wie Bircher sagt, ist Büchi «bekannt als solides, sorgfältiges und qualitätsbewusstes Unternehmen». Diesem Credo will man treu bleiben; dennoch wolle man auch agiler werden. Dies mit dem Hintergedanken, die Innovationsfähigkeit weiter anzufachen. Dazu hat das Unternehmen die Initiative «Büchi 2025» lanciert, die kräftiges Wachstum eintragen soll. Dies keineswegs als Selbstzweck. Bircher sagt, angesichts der globalen Struktur der Gruppe: «Wir müssen wachsen und dazu in Bewegung bleiben.»

Zentral für den Erfolg ist die Belegschaft. «Wir arbeiten mit den Mitarbeitenden. Sie sollen und dürfen ihre Ideen einbringen und mitgestalten», sagt Bircher. «Wir pflegen einen sehr kollaborativen Führungsstil und eine Offenheit im Unternehmen.» Die Nomination für den Prix SVC Ostschweiz sieht Bircher vor ­allem als Vehikel, um Büchi auf dem Arbeitsmarkt und dies auch über die Region hinaus bekannter zu machen.

Sollte Büchi den Preis gar gewinnen, «wäre das ein Gewinn für unsere Mitarbeitenden und positiv für ihre Motivation».Bircher weiss: «Wer sich in einer tollen Firma fühlt und Spass an der Arbeit hat, der liefert auch eine gute Leistung ab.»

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