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UNTERNEHMERPREIS: Corvaglia macht den Deckel drauf

Im Thurgau und in Mexiko stellt die Firma Corvaglia Plastikverschlüsse für Trinkflaschen her. Mittlerweile beläuft sich die Jahresproduktion auf 80 Milliarden Stück. Die Firma expandiert und gehört zu den Finalisten des Prix SVC Ostschweiz.
Stefan Borkert
Patrick Helbling (links) bespricht mit Corvaglia-Chef Michael Krüger Entwicklungen von neuen und bestehenden Formen. (Bild: Reto Martin)

Patrick Helbling (links) bespricht mit Corvaglia-Chef Michael Krüger Entwicklungen von neuen und bestehenden Formen. (Bild: Reto Martin)

Stefan Borkert

Wo man hinschaut, stehen Hightech-Maschinen, Förderbänder und Verarbeitungsmodule. Die Mitarbeiter tragen Schutzkleidung, denn die Produktion muss unter Bedingungen der Lebensmittelsicherheit steril stattfinden.

Die Corvaglia Group mit Hauptsitz in Eschlikon gehört zu jenen Unternehmen, deren Produkt jeder kennt, weltweit. 1991 in Steckborn gegründet, produziert Corvaglia Deckel für Plastikflaschen, hauptsächlich PET-Flaschen. «Das ist Massenware», sagt Corvaglia-Geschäftsführer Michael Krüger. Massenware in der Schweiz zu produzieren, ist teuer. Aber Krüger betont: «Unsere Lohnstückkosten sind nicht so schlecht, weil wir eine sehr hohe Produktivität haben. So hoch, dass trotz hoher Löhne unsere Herstellungskosten niedriger sind als an vielen anderen Orten der Welt.»

Nummer eins auf dem Weltmarkt werden

Firmengründer und Verwaltungsratspräsident Romeo Corvaglia konnte 2003 eine günstige Gelegenheit nutzen und vor Ort den interessanten mexikanischen Markt beliefern.

Weil Corvaglia auch die Formen entwickelt und herstellt, mit denen die Flaschenverschlüsse produziert werden, setzt der Firmengründer konsequent auf den Standort Schweiz. «Know-how, Entwicklung und Forschung sind in der Schweiz am besten Ort», sagt CEO Krüger. Der Firmensitz ist 1997 mit der Übernahme der Werkzeugbau Kellenberger AG zunächst von Steckborn nach Kaltenbach verlegt worden. 2005 folgte dann der Umzug nach Eschlikon. Hier war genug Platz für die ehrgeizigen Expansionspläne des Firmengründers.

Das Wachstum gibt ihm recht. Heute werden bei der Corvaglia und von Partnern mit Formen der Corvaglia weltweit mehr als 80 Milliarden Plastikdeckel für PET-Flaschen hergestellt, Tendenz steigend. «Wir wollen die Nummer eins für Verschlüsse von PET-Flaschen auf dem Weltmarkt werden», formuliert Krüger das ehrgeizige Ziel.

Das Weltmarktvolumen beträgt jährlich 400 bis 480 Milliarden Plastikverschlüsse für Plastikflaschen. Damit das Stück von diesem Kuchen für die Corvaglia weiter wächst, wurden und werden hohe Investitionen getätigt. Ausserdem ist ein neuer Standort in den USA im Aufbau. «Der Markt in den USA ist sehr gross und für uns sehr wichtig», sagt Krüger. Auf dem Weg, die Position auf dem Weltmarkt zu stärken, ist man bei der Corvaglia bereit, weitere Millionen in die Hand zu nehmen.

Mitarbeiter werden umgeschult statt entlassen

So wurden zwischen 2003 und 2015 bereits 75 Millionen Franken investiert. Es galt die Standorte zu verbessern, die Produktion zu automatisieren, neue Formen zu entwickeln und auch Mitarbeiter zu schulen. Denn bei Corvaglia werden Mitarbeiter nicht entlassen, wenn Roboter deren Arbeit übernehmen, sondern Mitarbeiter bekommen neue Aufgaben und oft auch höherwertige Tätigkeitsbereiche. Derzeit sind bei der Corvaglia Group 270 Mitarbeiter beschäftigt. 150 davon arbeiten in Eschlikon und 120 in Mexiko.

Am Standort Schweiz wurden in den letzten beiden Jahren 16,7 Millionen Franken investiert. Weltweit waren es knapp 25 Millionen Franken, gibt Corvaglia-Sprecher Patrick Helbling Auskunft. Die Corvaglia Group hat von 2012 bis 2017 insgesamt 40 Millionen Franken investiert. Und das geht in diesem Massstab weiter. So sind bis 2020 weitere 50 Millionen Franken an Investitionskosten geplant, rund die Hälfte davon in der Schweiz. Damit soll das Volumen der selbst produzierten Verschlüsse stark anwachsen. Helbling zeigt, dass im Jahr 2014 schon 3 Milliarden Verschlüsse von der Corvaglia Group produziert wurden. Letztes Jahr konnte die Produktion verdoppelt werden. 2019 sollen es dann gruppenweit gut 9 Milliarden Verschlüsse sein.

Die Nomination für den Final des Prix SVC Ostschweiz ist für Corvaglia-Chef Krüger eine Auszeichnung, die ihn freut. «Das zeigt, dass wir einen guten Job machen.» Es sei ein zusätzlicher Motivationsschub auf dem Weg zum Weltmarktführer.

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