Unternehmen lancieren elektronische ID

Drucken
Teilen

Ausweis Die Wirtschaft überholt die Politik in Sachen E-ID. Der Bundesrat arbeitet noch am Gesetz für eine elektronische Identifikation. Doch mehrere grosse Schweizer Unternehmen haben sich bereits für die Entwicklung einer gemeinsamen Lösung zusammengeschlossen, namentlich die Schweizerische Post, die SBB, Swisscom, der Finanzdienstleister SIX, die Mobiliar-Versicherung sowie die Banken Credit Suisse, UBS, Zürcher Kantonalbank und Raiffeisen. Sie wollen gemeinsam die Swiss Sign Group AG gründen, wie sie gestern mitteilten. Diese soll eine ­digitale Identität entwickeln und betreiben. Basis ihrer Lösung ist die bereits existierende Swiss ID von SBB und Post. Die neue E-ID soll nicht nur in der Schweiz, sondern auch im Ausland verwendet werden können.

Der Bundesrat schlägt vor, dass elektronische Identitäten von privaten Unternehmen herausgegeben werden. Der Bund soll sich darauf beschränken, die sogenannten Identitätsdienstleister zu zertifizieren und zu überwachen. Zudem soll er die Identifikationsmerkmale wie Name und Geburtsdatum bestätigen. Diese Aufgabenteilung war in der ­Vernehmlassung umstritten. Der Bundesrat hat ­jedoch vor einer Woche entschieden, daran festzuhalten. Er will bis im nächsten Sommer einen Gesetzesvorschlag ausarbeiten.

Elektronische ID soll für Nutzer kostenlos sein

Nach Angaben der beteiligten Unternehmen soll die neue E-ID für die Nutzer kostenlos sein. ­Finanziert werden soll sie durch Beiträge der Anbieter von Online-Dienstleistungen. Gegenüber der Nachrichtenagentur AWP sprach Markus Naef, CEO der Swiss Sign Group, von einem «hohen zweistelligen Millionenbetrag», der in die E-ID investiert werden soll. Heute betreiben fast alle Anbieter von Online-Dienstleistungen eigene Identifizierungssysteme. Die E-ID soll dieses System vereinfachen. Es ist nicht ausgeschlossen, dass weitere elektronische Identitäten auf den Markt kommen. (sda)