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Appenzellerin setzt sich für kranke Kinder ein: «Unser Lohn sind die Dankbarkeit und die schönen Geschichten»

Maria Karl aus Lutzenberg engagiert sich beim Verein Sternentaler. Sie organisiert Projekte und hilft damit Familien, die ein schweres Schicksal bewältigen müssen.
Maria Kobler-Wyer
Maria Karl ist Bootsfrau bei Sternentaler. Zum Geburtstag schickt sie den Sturmmamis ein Paket mit Sternentalertee. Bild: Urs Bucher

Maria Karl ist Bootsfrau bei Sternentaler. Zum Geburtstag schickt sie den Sturmmamis ein Paket mit Sternentalertee. Bild: Urs Bucher

Im Esszimmer von Maria Karl steht auf der Kommode ein Päckli mit Sternentaler-Klebeband. «Ein Sturmmami hat Geburtstag, deshalb schenke ich ihr Sternentaler-Tee», sagt die 35-Jährige aus Lutzenberg. Sie ist seit drei Jahren für Sternentaler tätig und für das Boot «Estrella» zuständig. Zu dieser Gruppe gehören rund 70 Familien, die Karl betreut. Und jede Mama erhält zum Geburtstag ein Geschenk.

Durch einen Radiobeitrag ist Maria Karl auf Sternentaler aufmerksam geworden. Der Verein kümmert sich um Familien mit kranken oder behinderten Kindern sowie Familien, bei denen ein Kind oder ein Elternteil verstorben ist – um Familien im Sturm, wie sie beim Verein heissen. Sternentaler organisiert sich vorwiegend über Facebook.

Dort hat Maria Karl Beiträge von Sturmfamilien gelesen und dann Vereinspräsidentin Brigitte Trümpy gewonnene Kinotickets zum Verschenken angeboten. Die 35-Jährige bot zudem ihre Hilfe an und kreierte zusammen mit ihrem Mann «Sternentaler»-Aufkleber fürs Auto. Seither ist Maria Karl für Sternentaler tätig. Insgesamt gibt es vier Boote mit rund 300 Sturmfamilien aus der ganzen Deutschschweiz.

«Sternentaler ist ein Herzensprojekt für mich», antwortet die gebürtige Altstätterin auf die Frage nach der Motivation.

Deshalb macht es ihr auch nichts aus, wenn ihre Wohnung wochenlang voller Pakete ist, weil sie etwa vor Weihnachten Versteigerungen durchführt, um Geld für Sternentaler zu sammeln. Versteigert wurden etwa Kinderkleider, Schmuck und Dekoartikel – oder auch Handlettering-Kurse. Im Frühling und Herbst organisiert Maria Karl Feen, die Sturmkindern oder deren Geschwister einen Wunsch erfüllen – das kann ein Body sein für ein Baby, an dessen Körper überall Schläuche befestigt sind oder Goalie-Handschuhe für die Schwester eines Sturmkindes. Im Frühling hat die zweifache Mama erstmals auch Feen gesucht, die Gutscheine spenden, damit die Familien für ihre angehenden Erstklässer Schultheke kaufen können.

Austausch über Facebook

Zwischendurch organisiert Maria Karl zum Beispiel Mittagessen für eine Familie, wenn die Mutter im Spital liegt und die Kinder krank sind, sucht einen Schreiner, der ein Spezialbett anfertigen kann oder findet einen Zauberer, der am Geburtstagsfest eines kranken Kindes auftritt. «Die Familien tauschen sich über Facebook aus, ich bekomme so mit, wie ich helfen kann», sagt sie.

Auf Facebook hat Maria Karl auch dazu aufgerufen, Postkarten an ein sterbenskrankes Kind zu schicken. «Ich habe zu diesem Aufruf über 250 Mails erhalten und beantwortet», sagt die 35-Jährige. Und der kleine Eisenbahnfan durfte schliesslich sogar in einer Lokomotive mitfahren. «Das ging ans Herz», sagt sie.

Ehrenamtliches Engagement

«Meine Arbeit ist vergleichbar mit einem 40%-Job, manchmal sind es auch mehr». Ihr Engagement ist ehrenamtlich. «Unser Lohn ist der Dank, der zurückkommt, wenn etwas funktioniert und die schönen Geschichten», sagt sie. Denn Dankbarkeit wird bei Sternentaler grossgeschrieben. «Das ist uns sehr wichtig», sagt die Lutzenbergerin. Dennoch bringt ihr Einsatz auch Unangenehmes mit sich. «Wir mussten auch schon Familien vom Boot schicken, wenn sie sich nicht an die Regeln gehalten und zum Beispiel gelogen haben», sagt Maria Karl. «Da gibt es schon mal persönliche Angriffe und böse Mails.» Das komme aber zum Glück selten vor.

Immer wieder gibt es auch traurige Ereignisse. «Innert kurzer Zeit sind zwei Mädchen aus Familien, die ich betreue, gestorben», sagt Maria Karl. Sie habe ein Buch gestaltet und einen Kranz für die Beerdigung organisiert. «Solche Geschichten gehen mir sehr nahe», sagt die Appenzellerin. «Aber sie fressen mich nicht auf.»

Verein Sternentaler

(maw) Der Verein Sternentaler engagiert sich für Familien mit schwer kranken oder behinderten Kindern sowie für Familien, bei denen ein Kind oder ein Elternteil verstorben ist. Sturmfamilien erhalten etwa Besuch von Therapie-Hunden, Post von Glückspostfeen oder Geburtstagskuchen von Backfeen. In einer Nähgruppe entstehen Schlafdecken, Bodies und vieles mehr - extra abgestimmt auf die Bedürfnisse der Sturmkinder. Ebenso werden die Familien im Spital unterstützt. Mehr Infos: www.sternentaler.ch

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