Uneinigkeit über den Rettungsfonds

Europa hat in der Schuldenkrise das Schlimmste hinter sich: Dies befindet die Credit Suisse (CS). Das grösste Risiko für den Euro-Raum, die Wirtschaftskrise in Spanien, habe sich in den letzten Monaten deutlich entschärft, erklärt die CS ihre Zuversicht.

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Europa hat in der Schuldenkrise das Schlimmste hinter sich: Dies befindet die Credit Suisse (CS). Das grösste Risiko für den Euro-Raum, die Wirtschaftskrise in Spanien, habe sich in den letzten Monaten deutlich entschärft, erklärt die CS ihre Zuversicht. «Seit November oder Dezember sind wir der Ansicht, dass es Spanien aus eigener Kraft schaffen wird», sagte CS-Ökonom Oliver Adler gestern. Hilfe aus dem Euro-Rettungsfonds werde das Land wohl nicht benötigen.

Ein Auseinanderbrechen der Euro-Zone ist laut CS unrealistisch. Dies würde nämlich im Urteil der CS eine weitere Finanzkrise auslösen.

Die Bewältigung der Euro-Schuldenkrise verläuft für die CS «eher zu langsam». Der Rettungsfonds, der theoretisch mit 750 Mrd. € (975 Mrd. Fr.) dotiert ist, sollte mit zusätzlichen Garantien erweitert und flexibler gehandhabt werden können. Es brauche in vielen Ländern grosse Anstrengung zur Reduktion der Defizite, sagte Adler: «Eine Schuldenbremse auf nationaler Ebene wäre eines der wirksamsten Mittel.» Beunruhigt zeigt sich die CS über die Schuldenentwicklung der USA.

Für «unnötig» hält dagegen das Münchner Forschungsinstitut Ifo eine Aufstockung des Euro-Rettungsfonds. In der Realität stünden nicht nur 250 Mrd. € (325 Mrd. €) zur Verfügung, wie oft kolportiert werde, sondern insgesamt 562 Mrd. €. Sollten neben Irland auch die heissesten Kandidaten Portugal und Spanien Hilfe aus dem Fonds benötigen, wären das in den kommenden drei Jahren laut Ifo-Berechnungen 434 Mrd. €. Der Euro-Rettungsfonds übersteige folglich den potenziellen Maximalbedarf um 130 Mrd. €. (sda/T. G.)

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