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«Und wer sagt Ihnen die Wahrheit?»

Es ist ein spezieller Anlass, und der Zuspruch wächst und wächst. Dieses Jahr haben sich 800 Personen zur 16. Ausgabe des Early Morning Talk der Thurgauer Kantonalbank (TKB) bei der Mowag angemeldet.
Stefan Borkert
Talk vor dem Frühstück: (v. l.): TKB-Chef Heinz Huber, Wolfgang Jenewein, Mowag-Chef Oliver Dürr und Remo Lobsiger (TKB). (Bild: Andrea Stalder)

Talk vor dem Frühstück: (v. l.): TKB-Chef Heinz Huber, Wolfgang Jenewein, Mowag-Chef Oliver Dürr und Remo Lobsiger (TKB). (Bild: Andrea Stalder)

KREUZLINGEN. Ein Wirtschaftsanlass, ab 6.30 Uhr? Hauptredner Wolfgang Jenninger hatte gedacht, da kommt kaum jemand. «Wahnsinn, wie viele doch gekommen sind», sagt er am Rande der Veranstaltung. An zwei aufeinanderfolgenden Morgen haben sich 800 Personen angemeldet. Gestern füllten gut 450 die Halle von Kreuzlingens grösster Arbeitgeberin, der Mowag.

Ein starkes Motiv

Da hat es sich Mowag-Direktor Oliver Dürr nicht nehmen lassen, eine Messe in Paris zu unterbrechen, persönlich vor Ort seine Firma vorzustellen und ein grosszügiger Gastgeber zu sein. Dürr ist ein Mann der direkten Worte und stolz, Fahrzeuge zu bauen, die vor allem auch die Soldaten bestmöglich schützen. Dieses Motiv griff auch Wolfgang Jenewein, Buchautor, Berater und Ordinarius für Betriebswirtschaftslehre an der Universität St. Gallen, sofort auf. In seinem Vortrag über «Führung im Wandel» betonte er, wie wichtig das «Warum» für engagierte Mitarbeiter ist. Und das Leben von Passagieren und Soldaten im Einsatz auf der ganze Welt durch ein möglichst gutes Fahrzeug zu schützen, das sei ein starkes «Warum» und ein starkes Motiv, sagte er. Manager, Führungspersonen und Unternehmen müssten sich auf den digitalen Tornado vorbereiten. Andere, auch Weltkonzerne wie Nokia oder Kodak, hätten die Entwicklung verpasst und das bitter bezahlt. Und für eine gute Vorbereitung, gehöre auch eine angepasste Führung. Je höher man die Karriereleiter klettere, desto einsamer werde es an der Spitze. Wer traue sich noch, den Chef zu kritisieren, ihm zu sagen, wie er nach aussen wirke? «Wer sagt Ihnen noch die Wahrheit», richtete er die Frage direkt an die anwesenden Firmenchefs. Passend zur EM zeigte Jenewein, der unter anderem die deutsche Fussballnationalmannschaft, Boxer Vladimir Klitschko oder Konzerne wie BMW oder Daimler beraten hat, Parallelen zum Sport, speziell zum Fussball, auf. Dort habe in den vergangenen Jahren das Tiki-Taka der Spanier dominiert. «Ein Spielsystem, bei dem alle Abteilungen miteinander vernetzt sind und als Einheit, als Hochgeschwindigkeitsschwarm auftreten.» Das sei auch in Unternehmen wichtig. Ausserdem solle jeder Mitarbeiter, wie jeder Fussballer, immer das Warum einer Aktion vom Teamchef erklärt bekommen.

Mitdenken ist gefragt

«Viele Organisationen bewegen sich heute vor allem auf der Was-Ebene.» Es gehe nur darum, was zu tun ist, nicht um die Gründe. Das führe dazu, dass man nicht mehr mitdenke, warnte er. Erfolgreiche Führungskräfte würden sich immer weiterentwickeln und veränderten Situationen anpassen. «Es gibt zu wenig Führung und zu viel Management.» Leadership sei keine Frage der Position, des Titels oder des Status, sondern eine Frage der Persönlichkeit.

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