UMZUG: Stadlers Ziel heisst 2020

Der Schienenfahrzeughersteller Stadler Rail nutzt das Werk in Altenrhein noch bis 2020 wie gewohnt. Dann geht es los am neuen Standort St. Margrethen. Doch für einige Zwischenschritte braucht es noch grünes Licht.

Thorsten Fischer
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Wagenkasten auf dem Areal von Stadler Rail in Altenrhein: Ein Teil der Tätigkeiten bleibt vor Ort erhalten. (Bild: Benjamin Manser (4. April 2017))

Wagenkasten auf dem Areal von Stadler Rail in Altenrhein: Ein Teil der Tätigkeiten bleibt vor Ort erhalten. (Bild: Benjamin Manser (4. April 2017))

Thorsten Fischer

Es ist ein Grossprojekt und entsprechend wird es nicht einfach über Nacht umgesetzt. Der geplante Umzug des Ostschweizer Schienenfahrzeugherstellers Stadler Rail von Altenrhein nach St. Margrethen ist aber in ein paar entscheidenden Punkten weiter. So hat das Unternehmen, das den Hauptsitz nach wie vor in Bussnang hat, die verbleibende Zeit in seinem Werk Altenrhein vertraglich geregelt. Stadler nutzt die bisherigen Flächen dort noch bis 2020. Der Mietvertrag mit dem Eigentümer des Industrieparks, dem Swisscanto Real Estate Fund, ist entsprechend angepasst worden, gab Stadler bekannt. Und danach wird der Schienenfahrzeughersteller dem traditionsreichen Standort nicht komplett den Rücken kehren.

Man wolle «nicht mit Pauken und Trompeten aus Altenrhein ausziehen», hatte Firmenchef Peter Spuhler bereits an der ­Jahresmedienkonferenz im Juni ­gesagt. Nun steht fest, was am bisherigen Standort im Kanton St. Gallen verbleibt: Es ist die Kastendetailfertigung, die vor Ort weiterhin 50 bis 70 Mitarbeitende beschäftigen wird. Die genaue Zahl wird je nach Auslastungsgrad über die Zeit schwanken, sich aber innerhalb dieses Rahmens bewegen.

Geplanter Standort soll Margendruck lindern

Aktuell sind am Standort Altenrhein 950 Mitarbeitende tätig. Der Grossteil soll also dereinst an den neuen Standort ins rund 10 Kilometer entfernte St. Margrethen ziehen. Stadler bleibt damit im Kanton, will aber mit einem Neubau die Effizienz im Dreiländereck erhöhen. Denn nach wie vor lässt sich der Margendruck für ein Schweizer Unternehmen nicht so einfach abschütteln.

In Altenrhein fertigt Stadler momentan auf 49000 Quadratmetern Fläche neben Kiss-Zügen auch Strassenbahnen, meter­spurige Schienenfahrzeuge und Reisezugwagen. Die Käufer kommen aus dem Schweizer und dem internationalen Markt. Erwähnt wird auch die Engineering-Abteilung in Altenrhein, die 250 hochqualifizierte Mitarbeiter umfasse: Sie erbringe neben der Entwicklungsarbeit für die dortigen Fahrzeuge auch Dienstleistungen für die ganze Gruppe.

Beim gesamten Projekt spricht der Schienenfahrzeughersteller immer noch von einer Umzugsplanung und nicht von einem endgültigen Umzug. Zwar werden die Vorarbeiten in diese Richtung flott vorangetrieben. Doch offiziell läuft immer noch die Evaluationsphase. Wie viel Stadler Rail insgesamt in das Grossprojekt investieren wird, lässt sich daher ebenfalls noch nicht abschliessend sagen, wie Unternehmenssprecherin Marina Winder erklärt.

Neubau in St. Margrethen erfordert Umzonung

Vor allem braucht es jetzt noch zwei Dinge: Den Entscheid des Verwaltungsrats von Stadler Rail, den Grossumzug definitiv anzupacken. Dieser Entscheid soll nach den Sommerferien gefällt werden, wie es hiess. Dreh- und Angelpunkt ist ebenso die notwendige Umzonung in St. Margrethen. Ohne diese könnte der von Stadler vorgesehene Neubau auf dem 70000 Quadratmeter grossen Areal nicht verwirklicht werden. Das Gesuch sei eingereicht worden und die Vorprüfung durch den Kanton erfolgt, erklärt das Unternehmen. Mit der Rechtskräftigkeit sei frühestens im September oder Oktober zu rechnen.