UMSATZSCHWUND: Die Telekombranche muss Federn lassen

Das Klima auf dem Telekommarkt wird rauer. Erstmals seit langer Zeit hat die Erosion des Kerngeschäfts den Umsatz aller drei Komplettanbieter Swisscom, Sunrise und UPC nach unten gezogen.

Johannes Brinkmann (sda)
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Bei Sunrise sank der Umsatz im 1. Quartal um über 3%, bei Swisscom um gut 2% und bei UPC (früher Cablecom) um mehr als 1%. Damit ist der lange Aufwärtstrend auch bei der grössten Kabelnetzbetreiberin der Schweiz vorbei. Bisher hatte UPC die Erosion im Kerngeschäft auch mit Preiserhöhungen fürs Grundangebot wettmachen können. Bei Swisscom und Sunrise schrumpft der Umsatz schon seit einiger Zeit. «Der Wettbewerb hat sich in jüngster Vergangenheit intensiviert», stellte UPC-Chef Eric Tveter kürzlich fest. Nachdem UPC im vergangenen Oktober neue Bündelangebote vorgelegt habe, habe die Konkurrenz nun nachgezogen. Für die Kunden wurde es billiger.

Sunrise führt den Umsatzrückgang zum grossen Teil auf die Senkung der Durchleitungsgebühren im Mobilfunk zurück. Diese Senkung hatten die drei grossen Anbieter Swisscom, Sunrise und Salt auf Anfang Jahr vereinbart. Damit stellen sie sich gegenseitig weniger in Rechnung für die Durchleitung von Anrufen aufs Handy. Die Senkung habe 10 Mio. Fr. Umsatz gekostet, schrieb Sunrise. Dagegen seien die Auswirkungen auf den Gewinn sehr gering gewesen. Ohne die Senkung der Durchleitungsgebühren wäre der Umsatz nur um 1% gesunken. Dabei hat Sunrise aber im 1. Quartal 25 000 neue Abo­kun­den im Mobilfunk gewonnen.

Auch beim Internet- und TV-Geschäft konnte das Unternehmen mehr Kunden anlocken. Das gelang sogar in der Festnetztelefonie, womit sich Sunrise deutlich von Swisscom abhebt, die hier einen kräftigen Aderlass erlitt.

Sunrise prüft Klage gegen Swisscom

Allerdings reicht das Wachstum des Kundenbestandes bei Sunrise nicht, um strukturelle Einbussen wettmachen zu können. So verlor Sunrise im 1. Quartal 20000 Prepaidkunden, von denen viele auf Abos umstiegen. Aber auch die Konkurrenz sowie die Gratisdienste wie Whatsapp, Skype oder Viber machen dem Geschäft zu schaffen. In der Festnetztelefonie sank der Umsatz, weil immer mehr Kunden mit dem Handy oder übers Internet telefonieren. Zudem ist bei zahlreichen Kunden die Festnetztelefonie in einem Bündelangebot enthalten, so dass sie nicht mehr einzeln verrechnet wird. Überdies gab es Einbussen im Firmenkundengeschäft. Um zu kontern, drückte Sunrise die Kosten und konnte so das Quartal-Betriebsergebnis und Reingewinn steigern. Sunrise-Chef Olaf Swantee sagt, das neue Top-Bündelangebot «One» aus Internet, Handy-, Festnetztelefonie und TV sei gut angekommen.

Swisscom hat ebenfalls vor kurzem neue Kombiangebote namens «inOne» eingeführt. «Der ähnliche Name macht die Produkte für die Kunden vergleichbarer», sagte Swantee. Dennoch prüfe Sunrise eine Klage gegen Swisscom wegen des Namens.

Johannes Brinkmann (SDA)

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