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Börse straft zwei Luzerner Molkereien ab

Ende August präsentierten Emmi und Hochdorf ihre Zahlen zum Halbjahr 2018. Die Ergebnisse könnten unterschiedlicher nicht sein. Dennoch verloren an der Börse beide fast gleichzeitig massiv an Wert.
Raphael Bühlmann
Emmi-Caffé-Produkte des Milchverarbeiters Emmi. (Bild: Urs Flüeler/Keystone (Luzern, 5. März 2018))

Emmi-Caffé-Produkte des Milchverarbeiters Emmi. (Bild: Urs Flüeler/Keystone (Luzern, 5. März 2018))

Was ist los mit der Schweizer Milchindustrie? Eine berechtigte Frage, führt man sich jüngste Wertentwicklung relevanter Branchenvertreter vor Augen. Die Titel von Emmi und Hochdorf verloren Ende August fast gleichzeitig binnen weniger Tage massiv an Wert (siehe Grafik unten). Dies scheint umso bemerkenswerter, weil die zwei Luzerner Milchverarbeiter, die zusammen rund 40 Prozent der gesamten Schweizer Milchmenge verwerten, ganz unterschiedliche Halbjahreszahlen vorgelegt haben. Hier Emmi mit einem soliden Gewinn- und Umsatzplus. Dort Hochdorf mit Absatzeinbussen und stark erodiertem Betriebsergebnis. Dass die Investoren die beiden Molkereien trotzdem über den gleichen Leisten zu schlagen scheinen, relativieren Analysten.

Für Patrik Schwendimann von der Zürcher Kantonalbank (ZKB) handelt es sich in beiden Fällen schlicht um eine Korrektur zu hoher Erwartungen. «Dass beide Unternehmen Milch verarbeiten, ist Zufall», so Schwendimann. Obschon die Emmi-Zahlen «ordentlich» seien, machten vor der Präsentation der Halbjahreszahlen Spekulationen die Runde, wonach die Luzerner Molkerei die Prognose fürs Gesamtjahr noch nach oben korrigieren könnte.

Hochdorf: Börsenwert binnen Jahresfrist halbiert

Nebst getrübter Erwartungen kann zumindest bei Hochdorf der Kurseinbruch als Fortsetzung eines durchzogenen Geschäftsjahres interpretiert werden. Gegenüber der Spitzennotierung im Sommer 2017 hat sich der Aktienkurs bis heute nahezu halbiert. Nachdem der Milchverarbeiter für das Jahr 2017 noch einen Rekordgewinn ausgewiesen hatte, setzte Anfang Jahr der Abwärtstrend ein, gefolgt von einem regelrechten Absturz im Juli (Ausgabe vom 27. Juli 2018).

Die auf Milchpulver und Babynahrung spezialisierte Hochdorf hat unter CEO Thomas Eisenring seinen strategischen Kurs neu ausgerichtet. «Näher an den Kunden mit eigenen Produkten», lautete das Motto. «Wenn man keine Marke hat, verkauft man seine Produkte jemandem, der eine Marke hat, und der macht dann das Geld», so das damalige Resümee des Firmenchefs. In den letzten Jahren investierte Hochdorf unter anderem in Sulgen im Kanton Thurgau über 100 Millionen Franken in die Produktion von Babynahrung, akquirierte die Uckermärker Milch in Deutschland oder sicherte sich eine Mehrheit der Pharmalys Laboratories SA, dem Vermarkter von Babynahrung und Cerealien. Letzteres kostete Hochdorf einen maximalen Kaufpreis von 248 Millionen Franken und machte eine Kapitalerhöhung notwendig.

Auch übernahm Hochdorf die auf die Trocknung von Früchten und Gemüse spezialisierte Zifru aus Deutschland, an welcher Hochdorf-CEO Thomas Eisenring laut «Finanz und Wirtschaft» selbst zu 43 Prozent beteiligt gewesen sein soll.

«Fällt in so einer Situation das Ergebnis unter die Erwartungen, reagieren die Investoren empfindlich.»

Patrik Schwendimann, Analyst bei der ZKB

Milchpulver, Babynahrung, Schokolade, Trockenfrüchte, Werke und Vertriebsgesellschaften in der Schweiz, Deutschland, Litauen und Tunesien – die Geschäftsfelder von Hochdorf sind über die Jahre vielfältiger und zahlreicher geworden. Analysten und Investoren beobachten dies mit Argusaugen. Jüngste Meldungen, wonach Hochdorf mit Absatzproblemen in China kämpfe, Probleme bei der Inbetriebnahme der neuen Sprühturmlinie in Sulgen habe, oder – wie geschehen – im Juni ankündigte, die Baltic Milk UAB in Litauen rückwirkend per Ende Mai verkauft zu haben, wirken wenig beruhigend. Die Hochdorf-Papiere stuft ZKB-Analyst Schwendimann im Vergleich zu Emmi volatiler ein. «Hochdorf ist geprägt von einem gewissen Umbau, von Übernahmen und Veräusserungen. Fällt in so einer Situation das Ergebnis unter die Erwartungen, reagieren die Investoren empfindlich.»

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