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ÜBERNAHME: Medien-Experte zum Zehnder-Kauf: "Ein geschickter Schachzug"

Der Kauf der Zehnder-Gruppe sei für die BaZ der einzige Weg zur Expansion, sagt Medienexperte Matthias Künzler. Die beiden Verlage würden zusammen passen. Ein Politiker als Verleger sei aber problematisch.
Johannes Wey
Die BaZ-Holding AG besitzt nun auch die Zehnder-Gruppe. (Bild: CHRISTIAN BEUTLER (KEYSTONE))

Die BaZ-Holding AG besitzt nun auch die Zehnder-Gruppe. (Bild: CHRISTIAN BEUTLER (KEYSTONE))

Christoph Blochers BaZ Holding AG kauft die Zehnder-Medien. Damit wechseln 25 Zeitungstitel mit 800'000 Lesern den Besitzer. Medienexperte Matthias Künzler von der HTW Chur sagt, die Nachricht von der Übernahme habe ihn im ersten Moment überrascht. Viele andere Möglichkeiten zur Expansion habe es für die BaZ Holding von Christoph Blocher aber nicht gegeben: "Andere Verleger haben sich – zumeist wegen der politischen Ausrichtung der 'Basler Zeitung' – nicht auf einen Verkauf eingelassen", sagt Künzler.

Dass ein Politiker auch Zeitungsverleger ist, hält Künzler für problematisch, weil Themensetzung und Kommentierung von einem bestimmten politischen Standpunkt aus geschehe. "Der Wettbewerb der Ideen und politischen Meinungen wird damit in der Medienöffentlichkeit eingeschränkt und verzerrt." Die Schweizer Presse sei zwar auch bis Anfang der 1970er-Jahre von solchen "Gesinnungszeitungen" geprägt gewesen. Damals habe aber jede Weltanschauung eine Zeitung gehabt, was mit den heutigen "Quasi-Monopolstellungen" anders sei.

Der Kauf der Zehnder-Gruppe sei "ein geschickter Schachzug, der sowohl aus wirtschaftlicher als auch aus politischer Sicht sinnvoll ist". Denn die "Basler Zeitung" (BaZ) ist derzeit ein relativ kleines Medium, dass nicht in grössere Verbünde eingebettet ist. Nun expandiere sie mit lokalen Wochenzeitungen in einem Bereich, der wirtschaftlich stabiler sei als das Tageszeitungsgeschäft. Hier seien auch die Fixkosten und damit das unternehmerische Risiko kleiner. Zudem würden die Zehnder-Blätter schon heute insbesondere in ihren Kolumnen eine rechtsbürgerliche Linie vertreten – was zur BaZ passen. Künzler vermutet, dass sich die Linie der Zehnder-Blätter noch stärker an jene der SVP annähert. Mit den Lokalmedien der Zehnder-Gruppe sei man künftig besonders im ländlichen Gebiet präsent. "So kann man die Stammwähler der SVP noch besser ansprechen."

Vor diesem Hintergrund hält es Künzler auch für realistisch, dass die Ankündigung, mit denselben Mitarbeiterin weiterzumachen und das Team allenfalls gar auszubauen, eingehalten wird. "Ich habe den Eindruck, dass man bei Zehnder heute schon sehr rationell arbeitet. Und von der politischen Ausrichtung her kann man mit demselben Mitarbeiterstamm weiter fahren." Der Ausbau der Belegschaft hängt für Künzler von den politischen Ambitionen ab: "Wenn man in diesem Bereich mehr machen will, müsste man die Redaktionen ausbauen."

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