UBS: Neue Leitplanken für Investmentbank

Die Grossbank UBS unternimmt weitere Schritte, um ein neuerliches Debakel im Investmentbanking auszuschliessen. Der laufende Umbau kostet erneut Stellen.

Thorsten Fischer
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Abbau in Grossbritannien angekündigt: Blick auf den Büroeingang des UBS-Sitzes in der Londoner City.

Abbau in Grossbritannien angekündigt: Blick auf den Büroeingang des UBS-Sitzes in der Londoner City.

An der ausserordentlichen Generalversammlung vom Donnerstag hatte UBS-Verwaltungsratspräsident Peter Kurer den Aktionären eine Reihe froher Botschaften verkündet. So sind bei der Schweizer Grossbank weitere risikoreiche Engagements abgebaut worden, und ein kleiner Quartalsgewinn ist in Sicht. Gestern nun schob UBS-Investmentbanking-Chef Jerker Johansson per Mitteilung weitere Informationen nach, wie die angestrebten Gewinn- und Sparziele in der Realität erreicht werden sollen. Demnach fallen im Investmentbanking ein weiteres Mal Stellen weg – in jener Division also, wo der Ausgangspunkt für die aktuellen Probleme liegt.

2000 Stellen weniger

Betroffen sind diesmal 2000 Arbeitsplätze. Das Ziel ist laut UBS eine eigentliche Neuausrichtung der Investmentbank. Der Grossteil der Kürzungen erfolgt in Grossbritannien und den USA. Ein kleiner Teil betreffe die Schweiz und den asiatisch-pazifischen Raum, ergänzte eine Bankensprecherin gegenüber der Agentur SDA. Arbeitnehmervertreter schätzen, dass hierzulande 100 bis 200 Arbeitsplätze wegfallen werden. Mit den jetzt angekündigten Massnahmen erhöht sich die Zahl der seit Herbst 2007 gestrichenen Investmentbanking-Stellen auf 6000. Weiterhin beschäftigt werden in diesem Segment künftig noch 17 000 Personen.

Kein vollständiger Ausstieg

Der Stellenabbau erfolgt erwartungsgemäss in jenen Sparten, aus denen sich die UBS zurückziehen oder nicht mehr so stark engagieren will wie in den Vorjahren. Ihre künftige Position sieht die Grossbank laut dem gestern veröffentlichten Strategiepapier als führende Vermögensverwalterin mit einer redimensionierten Investmentbank an ihrer Seite. Ganz aussteigen wird die UBS aus dem unter Druck stehenden Geschäft somit nicht. Eine führende Stellung im Investmentbanking sei wichtig, um den Kunden weiterhin strategische Beratung und Zugang zu den Kapitalmärkten bieten zu können, wurde begründet.

Gewichte verschieben sich

Dennoch soll das Geschäfts-portfolio nun anders gewichtet werden. Zu den Aktivitäten, welche die Investmentbank künftig nicht mehr betreibt, gehört das Rohstoffgeschäft, mit Ausnahme der Edelmetalle. Stark zurückgefahren werden sodann der Sektor Immobilien und Verbriefung sowie der Eigenhandel. Beibehalten wird das Kerngeschäft Devisen, Zinsen und Kredite. Ausgebaut werden soll schliesslich – nach klaren Vorgaben – das Aktiengeschäft.

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