UBS droht Rekordstrafe im Libor-Skandal

Im Manipulationsskandal um den Zinssatz Libor steht die UBS offensichtlich vor einer Einigung mit den Finanzaufsehern. Der Preis könnte 1 Milliarde Dollar betragen.

Sebastian Borger
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LONDON. Laut übereinstimmenden englischen Presseberichten kommt auf die UBS im Libor-Skandal eine Rekordstrafe von etwa 1 Mrd. $ (923 Mio. Fr.) zu. Die UBS hatte vergangenes Jahr die Beteiligung von Angestellten an der jahrelangen Manipulation des Interbankzinses zugegeben, der vielen Finanztransaktionen weltweit zugrunde liegt. Letzten Sommer büssten die Finanzaufseher in Grossbritannien und den USA die britische Bank Barclays bereits mit 435 Mio. Franken. Bussen für weitere Banken stehen bevor.

Die UBS hatte letzten September 897 Mio. Fr. für ausstehende Rechtsstreitigkeiten ausgewiesen. Jüngst belegten die Eidg. Finanzmarktaufsicht (Finma) und die britische FSA die UBS mit einer Strafe von gut 44 Mio. Fr. wegen «schwerwiegender Mängel» bei der Aufsicht des früheren Investmentbankers Kweku Adoboli. Er hatte der UBS einen Handelsverlust von 2,3 Mrd. $ eingebrockt.

Im Libor-Skandal wurden zu Wochenbeginn ein früherer UBS-Händler sowie zwei Mitarbeiter des Börsenmaklers RP Martin vorübergehend festgenommen (vgl. Ausgabe von gestern). Damit geht die Betrugsbehörde SFO erstmals auch gegen Individuen vor, die den Libor zugunsten ihrer Firmen manipuliert haben sollen. Neben Barclays und der UBS stehen 20 weitere Banken unter Verdacht. In der City of London fragen nun erste Stimmen nach den Gründen für die unterschiedliche Behandlung der einzelnen Banken. Offensichtlich seien die falschen Angaben der UBS-Leute zweimal so falsch wie jene von Barclays, schrieb die «Financial Times».

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