UBS
Die UBS Ostschweiz erhält eine neue Schaltzentrale

Am Montag öffnet die UBS die Geschäftsstelle am Bahnhofplatz nach 20 Monaten Umbau. Es wird die neue Zentrale der Bank in der Ostschweiz, die Filiale am Multertor wird geschlossen. 200 Mitarbeitende arbeiten bald hier. Und in der Empfangshalle gibt es wieder ein Märlitelefon.

Kaspar Enz
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20 Monate lang wurde das über 100-jährige Gebäude saniert.

20 Monate lang wurde das über 100-jährige Gebäude saniert.

Bild: PD

Noch stehen in einigen Ecken Kartonschachteln, Besen und Schrubber herum. Auf ein paar Scheiben kleben noch Folien. Aber an einigen Arbeitsplätzen in der Geschäftsstelle der UBS am St.Galler Bahnhofplatz wird bereits wieder gearbeitet. Und seit Donnerstagabend sind auch die Bancomaten in der Eingangshalle wieder zugänglich.

Das Märlitelefon ist zurück

Weiter kamen gewöhnliche Kunden nicht. Das ändert sich am Montag, wenn die UBS-Geschäftsstelle nach 20 Monate dauerndem Umbau wiedereröffnet wird. Nun öffnet sich dahinter eine Empfangshalle mit Kaffeemaschine, einem langen Tisch für Beratungsgespräche und einem modernisierten Märlitelefon für die Kleinen. In einer Ecke, umgeben von Bildschirmen, steht ein Gerät, so neu, dass auch Markus Lickert, Leiter Immobilien Schweiz, den Namen überlegen muss – «Finance Discovery» heisst es.

UBS-Immobilienchef Markus Lickert tippt sich durch die neue «Finance Discovery».

UBS-Immobilienchef Markus Lickert tippt sich durch die neue «Finance Discovery».

Bild: Arthur Gamsa

Auf drei Bildschirmen können die Kunden sich durch die Dienstleistungen der Bank tippen, von gewöhnlichen Konten über Anlagen zu Hypotheken samt den Eigenheim-Angeboten aus der Region. Wem es nach Spielen zumute ist, kann gar ein Finanzquiz lösen. All das kann auch einsehen, wer sich per Internet über die Bank informiert. «Aber wenn sich jemand wirklich für etwas interessiert, kann er hier gleich mit einem Berater reden», sagt Lickert.

Das macht die neue Ostschweizer UBS-Zentrale zur derzeit modernsten Geschäftsstelle der Schweizer Grossbank. Sie verbindet die persönliche Beratung mit digitalen Elementen.

UBS will weiter persönliche Beratung pflegen

Denn wie andere Banken sieht sich auch die UBS mit der Digitalisierung der Bankgeschäfte konfrontiert. Haben bereits die Bancomaten viele Bankschalter überflüssig gemacht, gilt dies noch mehr für Angebote wie E-Banking und kontaktloses Zahlen. Manche Anbieter bieten bereits rein digitales Banking per Handy-App. Corona hat diese Entwicklung beschleunigt. Doch die UBS will weiterhin persönlich in der Nähe der Kunden sein. Denn gerade bei wichtigen Themen wie Hypotheken oder Vorsorge sei die persönliche Beratung weiterhin unerlässlich, heisst es bei der Bank.

In der Empfangshalle gibt's nicht nur eine Kaffeemaschine. Seit zwei Jahren stattet die UBS manche Filialen mit einer modernisierten Version des Märlitelefons aus – nun gibt's auch eins in St.Gallen.

In der Empfangshalle gibt's nicht nur eine Kaffeemaschine. Seit zwei Jahren stattet die UBS manche Filialen mit einer modernisierten Version des Märlitelefons aus – nun gibt's auch eins in St.Gallen.

Bild: Arthur Gamsa

Doch die Kontakte werden weniger. So schloss die UBS kürzlich in der Ostschweiz und Graubünden sechs Filialen. Und seit 2019 baut die UBS manche Filialen zu schlanken «Access Branches» um, wo digitale Mittel den Erstkontakt mit den Bankberatern ersetzen. Und mit der Wiedereröffnung der Niederlassung am Bahnhof schliesst die UBS auch die Geschäftsstelle am Multertor.

Flexiblere Arbeit möglich

200 Angestellte arbeiten dann im neuen Ostschweizer Hauptsitz, sofern sie nicht noch immer im Homeoffice sind. Lickert sagt:

«Das Zügeln wurde durch Corona einfacher.»

Sind die Mitarbeitenden zu Hause, verursacht der Umzug kaum Unterbrüche. Geplant wurde die Geschäftsstelle zwar vor Corona. Doch sie ist auf die flexiblere Arbeitsweise vorbereitet: Offenere Bürowelten, mehr Möglichkeiten für Zusammenarbeit und Begegnung, das waren schon vor der Pandemie Trends in der Arbeitswelt.

Gar nicht so einfach in einem Gebäudekomplex, der rund 110 Jahre alt ist. Etliche Elemente des historischen Baus, Fassaden, Decken oder die hölzerne Täferung, stehen unter Denkmalschutz. Und statt offener Büros waren damals eher kleinere Räume gebräuchlich. «Aber wir hatten Glück», sagt Lickert. «Das mittlere der drei Gebäude, aus denen die Geschäftsstelle heute besteht, war eine der ersten Stahlbeton-Konstruktionen.» Das habe es ermöglicht, grössere Räume zu öffnen.

Im Innern des Gebäudes sind noch viele schützenswerte Täferungen erhalten.

Im Innern des Gebäudes sind noch viele schützenswerte Täferungen erhalten.

Bild: Artur Gamsa

Unter anderem für einen Büroraum mit Arbeitsplätzen für UBS-Mitarbeiter, die gar nicht hier arbeiten. Lockereres Arbeiten ist auch ganz oben unter dem Dachstock möglich. Hier war einst eine gewöhnliche Cafeteria. Ein Bildschirm, die neue Einrichtung und das WLAN machen aus ihr einen Ort für Pausen, aber auch für Sitzungen und Teamanlässe. Lickert sagt:

«Wie er wirklich genutzt wird, wird sich weisen.»
Die einstige Kantine ist jetzt auch ein Ort für Austausch und Arbeit.

Die einstige Kantine ist jetzt auch ein Ort für Austausch und Arbeit.

Bild: Arthur Gamsa