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Über Weihnachten dem Alltag entfliehen: Wohin Sie jetzt noch fliegen können – und wohin nicht

Wer über die Festtage verreisen will, ist zu Pandemiezeiten in der Auswahl stark eingeschränkt. Ferien in ferneren Länder sind grundsätzlich eher möglich als in Nachbarländer.

Sarah Kunz
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Viele Schweizer wünschen sich, trotz der Pandemie endlich wieder einmal Strandferien zu machen.

Viele Schweizer wünschen sich, trotz der Pandemie endlich wieder einmal Strandferien zu machen.

Pixabay

Mit den Skiern über die Piste brettern, ist in der Schweiz zwar möglich, aber wer weiss wie lange noch. Und irgendwann hat man auch genug vom Schnee, vom tristen Grau, vom Nebel. Da sehnt sich das Herz nach Wärme, nach Sonne und Strand. Seit das Bundesamt für Gesundheit seine Quarantäneliste angepasst hat, ist es wieder vermehrt möglich, in die Ferne zu reisen – mit Ausnahme der Länder, die touristische Reisen grundsätzlich untersagen oder prinzipiell eine zweiwöchige Quarantäne verlangen.

In welchen Ländern gelten Reisebeschränkungen?

Allerdings sind Schweizer nicht in allen Ländern, die ihre Grenzen wieder geöffnet haben, willkommen. Destinationen wie Chile, Belgien oder Japan erachten die Schweiz explizit als Risikogebiet. Schweizer Reisende dürfen entweder überhaupt nicht einreisen oder müssen sich nach der Ankunft zwingend in Quarantäne begeben. Bei anderen Destinationen ist es umgekehrt. Dort müssen sich Schweizer bei der Wiedereinreise isolieren. Derzeit gilt dies noch für folgende Länder und Gebiete:

  • Andorra
  • Belize
  • Georgien
  • Kroatien
  • Litauen
  • Luxemburg
  • Montenegro
  • San Marino
  • Schweden
  • Serbien
  • Slowenien
  • Vereinigte Staaten von Amerika
  • Italien (Regionen Friaul-Julisch Venetien und Venetien)
  • Deutschland (Land Sachsen)

Eine Übersicht mit Suchfunktion über alle Länder und ihre Einreisebestimmungen finden Sie hier:

Auch die allseits beliebten Destinationen Griechenland und Zypern fallen als Zielland für Festtagsferien weg. In Griechenland müssen sich seit dem 18. November wieder alle Einreisenden auf das Coronavirus testen lassen und sich dann aber trotzdem in eine zehntägige Quarantäne begeben. Die Massnahmen sollen bis zum 7. Januar gelten. Zypern stuft die Schweiz als Hochrisikoland ein. Auch dort müssen sich Schweizer Reisende in Quarantäne begeben. An Silvester mit traditionellem Ouzo anstossen liegt folglich nicht mehr länger drin – ausser man hat den Anisschnaps zu Hause.

Wohin sind Reisen grundsätzlich möglich?

Trotz dieser tristen Aussichten bleiben Ferien am Strand über die Festtage möglich. So erlauben beispielsweise Brasilien, Mexiko, Kolumbien, die Türkei oder die Dominikanische Republik eine Einreise grundsätzlich wieder ohne jegliche Einschränkungen. Es muss also weder ein negativer Coronatest eingereicht noch eine Quarantäne eingehalten werden. Vor Ort gelten aber nach wie vor Schutzmassnahmen und je nachdem Einschränkungen im öffentlichen Leben, wie wir dies auch in der Schweiz kennen.

Weitere Länder – Ägypten, Costa Rica, Spanien, Südafrika oder Kuba – verlangen einen negativen PCR-Test und allenfalls noch ein zusätzliches Gesundheitsformular. Der Test kann nachweisen, ob Virus-Pathogene im Körper vorhanden sind, also ob man infiziert ist. Er darf nicht älter als 72 Stunden sein. Weist man ihn im Zielland vor, steht den Cocktails am Stand nichts mehr im Weg.

Die weissen Sandstrände der Dominikanischen Republik locken viele Schweizer an. Auch, weil die Einreise problemlos möglich ist.

Die weissen Sandstrände der Dominikanischen Republik locken viele Schweizer an. Auch, weil die Einreise problemlos möglich ist.

Keystone/ORLANDO BARRIA

Wie steht es um die Reiselust von Schweizerinnen und Schweizern?

Ferien sind also möglich, wenn auch die Auswahl eingeschränkter ist als sonst. Trotz aller Sehnsucht und allen Möglichkeiten ist die Reiselust bei Schweizern aber verhalten, die Buchungen sind im Vergleich zu den Vorjahren nach wie vor auf sehr tiefem Niveau – Tui berichtet etwa von Buchungseinbussen um die 80 Prozent. «Unsere Kunden sehen den nächsten Ferien zwar entgegen», sagt eine Sprecherin auf Anfrage. «Wir spüren aber auch eine starke Zurückhaltung.» Viele Schweizerinnen und Schweizer seien verunsichert und trauen sich noch nicht so weit zu verreisen. «Obwohl es momentan einfacher wäre, in weiter entfernte Länder zu reisen als in Nachbarländer.»

Welche Destinationen sind derzeit beliebt?

So sind bei Kunden von Tui aktuell Ägypten, die Kanaren oder Dubai gefragt. Kuoni nennt noch Mexiko und die Dominikanische Republik, Hotelplan die Malediven. Die Buchungen erfolgen momentan – wenn überhaupt – nur sehr kurzfristig. Denn mit einer kurzfristigen Buchung hat man mehr Sicherheit, ob allenfalls bei der Rückreise in die Schweiz eine Quarantäne angetreten werden muss, ob die Wunschdestination überhaupt erreichbar ist oder wie sich die Auflagen im Zielland verändern.

Ist Wegfliegen teurer geworden?

Aktuell sind die Preise für die genannten Destinationen leicht teurer als in normalen Jahren. «Das hängt damit zusammen, dass es weniger Flugkapazitäten gibt als in Vorjahren, was die Flugpreise wiederum teurer macht», sagt eine Hotelplan-Sprecherin. Zudem hätten die Hotels aufgrund der Sicherheitsmassnahmen teilweise Kapazitätsbeschränkungen, weshalb sie nicht voll ausgelastet sein dürfen.

Soll man überhaupt noch reisen?

Ferien sind folglich mehr denn je ein Luxusgut. Da stellt sich die Frage, ob Reisen zu Zeiten einer weltweiten Pandemie überhaupt vertretbar ist. Denn während die einen gemütlich am Strand brutzeln, sitzen andere in der Schweiz fest. «Reisen ist ein allgemeines Bedürfnis», findet Walter Kunz, Geschäftsführer des Schweizer Reise-Verbands. «Wir haben lange genug gewartet, jetzt wollen wir wieder verreisen.» Und wenn man sich an die Massnahmen halte und Schutzkonzepte vorhanden seien, bestünden auch keine grösseren Risiken als wenn man sich hier in der Schweiz bewege.

Wie können Reisende vor dem Abflug vorgehen?

Um den Reiselustigen zusätzliche Sicherheit zu bieten, betreibt die Sicherheitsfirma Checkport seit dem 15. Dezember ein Callcenter, das Reisende in der Schweiz zu den geltenden Einreisebedingungen in Transit- und Zielländern in deutscher, französischer und englischer Sprache berät. Wie Checkport mitteilt, kostet die Beratung 2.50 Franken pro Minute und wird täglich von 8 bis 18 Uhr angeboten. Die erteilten Auskünfte basieren laut Mitteilung auf den Angaben der Reisenden sowie der verfügbaren Informationen der einzelnen Staaten, Fluggesellschaften sowie von Checkport selbst.